Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Wirtschaft, ...

Wirtschaft f. ‘kleine Gaststätte, Haushalt(sführung), Gesamtheit der ökonomischen Prozesse und Verhältnisse eines Landes, einer Gesellschaftsordnung’, ahd. wirtscaft ‘Gastfreundschaft, Bewirtung, Mahl, Speisen’ (10. Jh.), mhd. wirtschaft ‘Tätigkeit des Hausherrn, Gastgebers, Gastwirts, Bewirtung, Gastmahl, Fest’, asächs. werdskepi ‘Bewirtung, Gastmahl’, mnd. wer(t)schap ‘Bewirtung, Gastmahl, Festlichkeit’, mnl. wertscap ‘Tätigkeit des Wirtes, Gastmahl’, nl. waardschap ‘Besuch, Gastmahl’, mit dem unter ↗-schaft (s. d.) behandelten Kompositionssuffix gebildet zu dem unter ↗Wirt (s. d.) dargestellten Substantiv. Zu den alten Bedeutungen ‘Tätigkeit des Hausherrn, Gastgebers, Bewirtung, Mahl’ treten hinzu ‘Gaststätte’ (16. Jh.), ‘Haushalt, Haushaltsführung’ (17. Jh.), ‘Unordnung’ (18. Jh.), ‘das Umgehen mit wirtschaftlichen Mitteln’ (im 15. Jh. beginnend). Als Begriff der Ökonomie wird Wirtschaft im 19. Jh. üblich. wirtschaften Vb. ‘für Haus und Besitz sorgen, Geld und Gut verwalten’, ahd. wirtscaften (Hs. 12. Jh.), anfrk. wirdscapon (9. Jh.), mhd. wirtschaften, wirtscheften ‘schmausen, ein Gastmahl ausrichten oder abhalten’. wirtschaftlich Adj. ‘ökonomisch, die Wirtschaft betreffend, haushälterisch, sparsam’ (18. Jh.), ‘festlich, gesellschaftlich’ (Ende 16. Jh., vereinzelt).
Zitationshilfe
„Wirtschaft“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/Wirtschaft>, abgerufen am 16.07.2020.

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