Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

ab

ab Präp. Adv. ‘von … weg, herab von, los, fort, herunter, nieder’, ahd. aba (8. Jh.), ab, mhd. abe, ab, asächs. af, mnd. af, āve, mnl. af, ave, nl. af, aengl. engl. of, anord. got. af weisen auf germ. *aƀa. Außergerm. vergleichen sich aind. ápa ‘weg, fort, ab’, griech. apó, ápo (ἀπό, ἄπο) ‘fern, weg, (fern) von’, lat. ab ‘von … her, von … weg’, so daß von ie. *apo ‘ab, weg’ auszugehen ist. Der präpositionale Gebrauch, der im jüngeren Nhd. durch von übernommen wird, reicht in den meisten Bedeutungen nur bis ins 16./17. Jh., mundartlich, besonders alem., und in mundartnaher Sprache auch bis ins 18./19. Jh. (vgl. ²DWB 1, 18 ff.). Danach fehlt die Präposition in der Literatursprache, sie wird jedoch (aus der Kaufmannssprache) gegen Ende des 19. Jhs. vor Orts- und Zeitangaben wieder aufgenommen, vgl. ab Leipzig, ab 8 Uhr. Adverbieller Gebrauch ist im Ahd. vereinzelt, im Mhd. geläufig in enger Verbindung mit der Verwendung von ab als Kompositionselement in Präfixbildungen.
Zitationshilfe
„ab“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/ab>, abgerufen am 29.02.2020.

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