Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

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Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

alt, ...

alt Adj. ‘hoch an Jahren, vorausliegend, längere Zeit bestehend’. Mit ahd. (8. Jh.), mhd. alt, asächs. ald, mnd. ōlt, mnl. out, nl. oud, aengl. ald (eald), engl. old, schwed. (Komparativ) äldre (germ. *alda-, vgl. auch die j-Ableitung got. alþeis ‘alt’ und das Part. Prät. anord. aldinn ‘gealtert’) sind eng verwandt die Verben got. aengl. alan, anord. ala ‘nähren, hervorbringen’. Als außergerm. Verwandte sind vergleichbar lat. alere ‘nähren, aufziehen’ mit dem Adjektiv altus ‘hoch’ (eigentlich ‘emporgewachsen’) und griech. ánaltos (ἄναλτος) ‘unersättlich’, nealḗs (νεαλής) ‘munter, stark’, die sich mit den germ. Bildungen an die Wurzel ie. *al- ‘wachsen, nähren’ anschließen (s. auch Alter und Welt). Einem dazu mit t-Formans gebildeten Verbaladjektiv ie. *altos ‘auf-, herangewachsen’ folgt das Adjektiv alt, dessen drei Bedeutungen ‘reich an Lebensjahren, gealtert’ (Gegensatz ‘jung’), ‘vorausliegend, früher’ (Gegensatz ‘später’), ‘längere Zeit bestehend’ (Gegensatz ‘neu’) bereits im Ahd. voll entwickelt sind. ältlich Adj. ‘sich dem Alter nähernd, alt wirkend’, ahd. altlīh (um 800), mhd. altlich ‘greisenhaft’. veralten Vb. ‘(zu) alt werden, alt und untauglich werden’, ahd. firaltēn (8. Jh.), mhd. veralten. altklug Adj. ‘aufdringlich klug’ (Anfang 18. Jh.). Altmeister m. ‘Obermeister einer Zunft’ (in Kölner Zunfturkunden des 15. Jhs.), ‘erfahrener alter Meister, Senior’ (14. Jh.).
Zitationshilfe
„alt“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/alt>.

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Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

alt, ...

Alt m. ‘tiefe Frauenstimme’, zweithöchste Stimme im vierstimmigen Satz; musikalischer Terminus seit dem 15. Jh., vgl. mlat. contratenor altus bzw. lat. vōx alta ‘hohe Stimme’ (zu lat. altus ‘hoch’, s. alt), substantiviert mlat. altus m. ‘Sänger in Altlage’ mit Kopfstimme (Falsett) und Brustresonanz (14. Jh.), ins Dt. entlehnt Altus m. ‘Altist, Countertenor’ (16. Jh.), s. Tenor. Vor Einführung des Soprans ist Alt die höhere, über den Tenor hinausgehende Stimmlage und gilt zunächst für die ‘hohe Männerstimme’, während der Diskant mit Kopfstimme bzw. von Kastraten gesungen wird; später, als auch Frauen als Solistinnen auftreten, bezeichnet Alt, nach dem Vorbild von ital. (älter) alto (jetzt ital. contralto), die ‘tiefe Frauen- bzw. Knabenstimme’. Altistin f. Sängerin mit einer Altstimme (Anfang 19. Jh.), nach älterem Altist m. (Anfang 16. Jh.).
Zitationshilfe
„alt“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/alt>.

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