Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

anfangen, ...

anfangen Vb. ‘beginnen, zustande bringen’, ahd. anafāhan (9. Jh.), mhd. anevāhen, eine Präfixbildung zu ahd. fāhan (s. fangen); vgl. mnd. ā̌n(e)vān, mnl. aenvangen, nl. aanvangen, aengl. onfōn. Ursprünglich wohl ‘angreifen, anfassen’ (vgl. fangen ‘fassen, ergreifen’), doch schon im Ahd. ist die Bedeutung ‘beginnen’ voll ausgebildet. In der 2. Hälfte des 16. Jhs. dringt der Konsonantismus der Präteritalformen allmählich auch in das Präsens (und in den Infinitiv) ein (analog fahen zu fangen). Anfang m. ‘Beginn’, ahd. anafang ‘Beginn’ (9. Jh.), aber auch noch vereinzelt ‘das Anfassen, Ergreifen’, mhd. an(e)vanc. anfangs Adv. anfänglich Adj. ‘zu Anfang, zuerst’ (beide 2. Hälfte 15. Jh.). Anfänger m. ‘Lernender, Neuling’ (15. Jh.), zunächst ‘Urheber, Gründer’, nach voraufgehendem spätmhd. anvāher (14. Jh.).
Zitationshilfe
„anfangen“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/anfangen>, abgerufen am 19.09.2021.

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