Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

anti-

anti- ‘gegen etw. (selten: jmdn.) gerichtet’. Das im Griech. besonders bei Verben häufige Präfix anti- (ἀντι-) ‘(da-, ent)gegen’, vor Vokalen und h (nach griech., nicht nach heutiger Regelung) ant- (ἀντ-) (Antagonismus), ist verwandt mit ↗ent- (s. d.). Es gelangt in Zusammensetzungen mit Substantiven und Adjektiven griech. Ursprungs ins Dt. (Antinomie, Antipathie, Antithese, Antichrist) und wird, wie in anderen modernen Sprachen, als Nominalpräfix produktiv, besonders im politischen und wissenschaftlich-fachsprachlichen Bereich (in der pharmazeutischen Terminologie meist mit lat. Endung): antifaschistisch, antiimperialistisch, Antikommunismus, Antikörper, Antiasthmatikum (älter Antasthmaticum), Antibiotikum, Antialkoholiker, antiautoritär, Antibabypille. Gelegentlich hat anti- die Bedeutung ‘das strukturelle Gegenstück zu etw. darstellend’: Antiteilchen, Antimaterie. Im Gegensatz zum Griech. tritt anti- im Dt. nicht als Verbalpräfix auf.
Zitationshilfe
„anti-“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/anti->, abgerufen am 03.12.2020.

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