Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

außer

außer Präp. ‘außerhalb, abgesehen von’, Konj. ‘ausgenommen’. außer geht ebenso wie ↗außen (s. d.) auf eine Weiterbildung von germ. *ūt (s. ↗aus) zurück (s. ↗äußer), die in einigen germ. Sprachen, zum Teil nur noch in komponierter bzw. abgeleiteter Form, als Präposition, Konjunktion oder, ihrer ursprünglichen Bildung gemäß, als Adverb auftritt, ahd. ūʒar Präp. ‘aus, aus … heraus, außerhalb, ohne’, Konj. ‘aber, ausgenommen’ (8. Jh.), mhd. ūʒer Präp. ‘aus, aus … heraus, aus … hinaus, außerhalb, ohne’, asächs. farūtar Präp. ‘ohne’, anord. ūtarliga Adv. ‘außerhalb, weit draußen’. Im präpositionalen Gebrauch von nhd. außer ist eine deutliche Verschiebung gegenüber dem älteren Dt. eingetreten. Es kann ursprünglich, wie oben angegeben, rein lokal zur Bezeichnung der Ruhelage (‘außerhalb’) wie der Richtung (‘aus, aus … heraus, aus … hinaus’) gebraucht werden; heute ist eine lokale Verwendung nur noch in übertragenem Sinn möglich zur Bezeichnung eines Zustandes (außer Atem, Gefahr, Zweifel) und in formelhaften Wendungen (außer Landes, Haus). In rein lokaler Funktion ist außer im allgemeinen durch ↗außerhalb (s. d.) ersetzt worden.
Zitationshilfe
„außer“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/au%C3%9Fer>, abgerufen am 02.03.2021.

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