Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

blühen, ...

blühen Vb. ‘in Blüte stehen’, ahd. bluoen (8. Jh.), mhd. blüe(je)n, asächs. blōjan, mnd. blȫ(y)en, mnl. bloeyen, blōyen, nl. bloeien, afries. blōia, aengl. blōwan, engl. to blow gehören wie ↗Blume, ↗Blüte, ↗Blatt (s. d.) und lat. flōs ‘Blume, Blüte’ (s. ↗Flor1, ↗Flora) zu ie. *bhlē-, *bhlō- ‘Blume, Blüte, Blatt, blühen, üppig sprießen’, einer Erweiterung der in griech. phýllon (φύλλον) ‘Blatt’ (s. ↗Chlorophyll), lat. folium ‘Blatt’ (s. ↗Folie, ↗Folio) vorliegenden einfachen Wurzel ie. *bhel-. Offenbar ist hier schon sehr früh eine semantische Verselbständigung gegenüber ie. *bhel- ‘aufblasen, aufschwellen’ (in ↗Ball1, s. d.) und seiner Erweiterung *bhlē- (in ↗blähen, ↗blasen, s. d.) eingetreten. Dazu die Präfixverben erblühen ‘aufblühen’, ahd. irbluoen (9. Jh.), mhd. erblüejen; verblühen ‘zu blühen aufhören’, ahd. firbluoen (um 1000), mhd. verblüejen; abblühen (16. Jh., synonym mit verblühen); aufblühen, mhd. ufblüejen (synonym mit erblühen).
Zitationshilfe
„blühen“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/bl%C3%BChen>, abgerufen am 21.02.2020.

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