Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

blank, ...

blank Adj. ‘hell glänzend, strahlend’, ahd. blanc ‘glänzend, hell, weiß(lich)’ (10. Jh.), mhd. blanc, mnd. blank, mnl. blanc, nl. blank, aengl. blanc sowie anord. blakkr ‘fahl’ (besonders vom Pferd; vgl. aengl. blanca ‘Schimmel’) gehören ablautend zu ↗blinken (s. d.) und sind verwandt mit ↗blecken und ↗blaken (s. d.). Germ. *blanka- ‘weiß’ ist wie die unter ↗blau, ↗braun, ↗greis (s. d. und s. ↗brünett) behandelten Farbbezeichnungen und wohl auch wie die unter ↗blond (s. d.) behandelte in roman. Sprachen entlehnt worden, vgl. frz. blanc ‘weiß, rein, sauber’ (daraus engl. blank ‘weiß, leer, ausdruckslos’), ital. bianco ‘weiß’. Ursprünglich wohl von ‘glänzenden’ Gegenständen, z. B. von Schwertern. Zur weiteren Bedeutungsentwicklung vgl. blankziehen Vb. ‘die Waffe aus der Scheide ziehen’, eigentlich ‘die Waffe glänzend’, d. h. ‘unbedeckt, bloß erscheinen lassen’, und die umgangssprachliche Wendung blank sein ‘kein Geld mehr haben’ (18. Jh.), eigentlich ‘bloß (von Geld) sein’. Schließlich ist das, was ‘glänzend und strahlend, unbedeckt und bloß’ ist, auch ‘rein und sauber’. Blankvers m. reimloser jambischer Vers mit fünf Hebungen, aus gleichbed., seit dem 16. Jh. bezeugtem engl. blanc verse ‘reiner, reimloser Vers’ entlehnt; von Gottsched 1742 noch mit engl. Plural blanc Verses eingeführt, erst im 19. Jh. in eingedeutschter Form Blankvers allgemein.
Zitationshilfe
„blank“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/blank>, abgerufen am 15.01.2021.

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