Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

dürr, ...

dürr Adj. ‘mager, trocken’, ahd. thurri ‘dürr, trocken’ (8. Jh.), mhd. dürre ‘trocken, mager’ (weil ‘ausgetrocknet’), mnd. dörre ‘welk, trocken’, mnl. dorre, nl. dor ‘unfruchtbar, trocken’, aengl. þyrre, anord. þurr, got. þaúrsus. Germ. *þurzu- ist verwandt mit ↗dorren, ↗dörren und ↗Durst (s. d.); sie gehen alle auf die Wurzel ie. *ters- ‘trocken, verdorren; trocken; Durst, dürsten’ bzw. deren Schwundstufe ie. *tṛs- zurück. Außergerm. Verwandte sind aind. tṛ́ṣyati ‘dürstet, lechzt’, tṛṣṭáḥ ‘rauh, hart, heiser’, eigentlich ‘ausgetrocknet’ (s. ↗Durst), tṛṣúḥ ‘gierig, heftig’ (entspricht formal, nur mit anderer Betonung, got. þaúrsus, s. oben), tarṣaḥ ‘Durst, Begierde’, griech. térsesthai (τέρσεσθαι) ‘trocken werden’, lat. torrēre ‘dörren’, torridus ‘ausgetrocknet, dürr’, terra ‘Erde’, eigentlich ‘die Trockene’, air. tart ‘Durst’. dürr, dorren und dörren zeigen gegenüber Durst grammatischen Wechsel von s und r. Dürre f. ‘Trockenheit, Unergiebigkeit’, ahd. thurrī ‘Dürre, Wüste’ (9. Jh.), mhd. dürre ‘Trockenheit, trockener Boden’. In Dörrfleisch, -gemüse, -obst (alle 19. Jh.) gehört das erste Kompositionsglied als landschaftliche Variante zu dürr, nicht zu dörren.
Zitationshilfe
„dürr“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/d%C3%BCrr>, abgerufen am 09.08.2020.

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