Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

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Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

da

da1 Adv. das auf einen (vom Standort des Sprechers entfernten) Punkt im Raume hinweist (‘dort, an jenem Ort’), aber auch allgemeinere, kaum noch räumlich aufzufassende Beziehungen innerhalb einer Aussage herstellt. Ahd. thār (8. Jh.), asächs. thā̌r, mhd. dā(r), mnd. dār, mnl. daer, dare, nl. daar, aengl. þǣr, engl. there und mit gekürztem Vokal got. anord. þar, schwed. där sind (wie das Richtungsadverb ahd. thara, mhd. dare, dar, s. ↗dar-) mit r-Erweiterung zu dem auch in ↗der (s. d.) vorliegenden Pronominalstamm ie. *te-, *to- gebildet; vgl. außerhalb des Germ. aind. tárhi ‘damals’. Vom Spätmhd. an kommt es zum formalen Zusammenfall mit ↗da2 (s. d.), denn das auslautende -r schwindet im Mhd. (vorübergehende Neubelebung von dar allerdings im 15. bis 18. Jh.) und bleibt nur in zusammengesetzten Pronominaladverbien vor vokalischem Anlaut erhalten (z. B. daran, darauf, darüber, hier aber schon im Ahd. Vermischung mit den entsprechenden Bildungen von ahd. thara ‘dorthin’, s. ↗dar-). Seit Beginn seiner Bezeugung im Dt. wird ↗da1 auch als Konjunktion verwendet. Es leitet bis ins 18. Jh. konditionale, konzessive und adversative Gliedsätze ein, in den älteren Sprachstufen außerdem Temporalsätze, doch geht diese Funktion im Nhd. an ↗da2 über.
Zitationshilfe
„da“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/da>, abgerufen am 04.08.2020.

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Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

da

da2 Adv. zur Angabe eines bestimmten Zeitpunktes (‘zu jener Zeit, in diesem Augenblick’) und Konj.; ahd. (8. Jh.), asächs. thō, mhd. mnd. , mnl. doe, afries. thā, aengl. þā. Diese für das Westgerm. bezeugte Bildung (anders got. þan ‘dann’ sowie anord. þā ‘da, damals’ aus *þan, s. ↗dann) schließt sich wie ↗da1 (s. d.) an den Pronominalstamm ie. *te-, *to- an; sie ist ursprünglich wohl Akkusativ Sing. Fem. des Demonstrativpronomens (vgl. got. þō, aind. tā́m, ie. *tām), neben dem vielleicht ein feminines Substantiv mit der Bedeutung ‘Zeit’ weggefallen ist. Seit dem 14. Jh. erscheint mhd. auch in der (Mitte des 16. Jhs. allgemein geltenden) Form da. Die nun lautlich gleichen, ohnehin durch inhaltliche Gemeinsamkeiten (die Darstellung von Zeitverhältnissen basiert oft auf räumlichen Vorstellungen) verbundenen Adverbien ↗da1 und ↗da2 werden nicht mehr klar geschieden. Als Konjunktion hat ↗da2 zunächst temporalen Sinn (so schon ahd., jedoch nach Ende 18. Jh. nur noch in gehobener Ausdrucksweise); in Konkurrenz zu ↗weil (s. d.) setzt Mitte des 17. Jhs. kausaler Gebrauch ein.
Zitationshilfe
„da“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/da>, abgerufen am 04.08.2020.

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