Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

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der Pron. m. die Pron. f. das Pron. n. Das aus dem Ie. ererbte Demonstrativpronomen übernimmt in den westgerm. Sprachen auch die Funktion des bestimmten Artikels (ähnlich wie im Griech.) und zum Teil des Relativpronomens. Am Formenbestand sind zwei verschiedene Stämme beteiligt. Ahd. ther m., thiu f., thaʒ n., mhd. der m., diu f. (md. die), daʒ n., asächs. thē̌, thie m., thiu f., that n., mnd. , di(e) m., , , di(e) f., dat n., mnl. die, de m. f., dat, datte n., nl. de m. f. n., aengl. þæt n., engl. the, that m. f. n., anord. þat n., got. þata n. gehören wie aind. tát n. ‘dieses’, griech. (τό) n. ‘das’, lit. tàs m. ‘der, dieser’, f., aslaw. m. ‘der, dieser’, ta f., to n., russ. tot, ta, to (тот, та, то) und der zweite Bestandteil von lat. iste m. ‘der da, dieser, jener’, ista f., istud n. zu einem Pronominalstamm ie. *te-, *to-, der auch in allen obliquen Kasus auftritt. Daneben stehen im Nominativ Sing. Mask. und Fem. asächs. m., aengl. sē̌ m., sēo f., anord. m., f., got. sa m., f., die wie aind. , sáḥ m., sā́ f., griech. ho () m., () f. einen mit s- anlautenden Stamm (ie. *so m., *sā f., daneben die z. B. im Aengl. weiterlebenden Varianten ie. *soi m., *si̯ā f.) voraussetzen. In den germ. Sprachen werden die s-Formen schon früh aufgegeben und (im Ahd. vor der Überlieferung) durch analoge Bildungen den übrigen Kasus angeglichen.
Zitationshilfe
„der“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/der>, abgerufen am 24.02.2020.

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