Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

drehen, ...

drehen Vb. ‘um eine Achse bewegen, wenden, flechten, winden, rund machen’, ahd. drāen ‘runden, drechseln, erhaben ausarbeiten’ (8. Jh.), mhd. dræjen, dræhen ‘sich drehend bewegen, wirbeln, drechseln’, asächs. thrāian, mnd. dreyen, aengl. þrāwan ‘drehen, quälen’, engl. to throw ‘werfen’, mnl. draeyen, nl. draaien führen wie ↗Draht (s. d.) auf die langvokalische Form ie. *trē- der Wurzel ie. *ter(ə)- ‘reiben, drehend reiben, (reibend) durchbohren’, zu der auch lat. terere ‘reiben, zerreiben’, griech. té͞irein (τείρειν) ‘(auf)reiben, bedrängen, quälen’, tóros (τόρος) ‘Meißel’, aslaw. trěti, russ. terét’ (тереть) ‘reiben’ gehören. Auf unterschiedliche Erweiterungen dieser Wurzel gehen ↗drechseln, ↗drillen, ↗drohen, ↗drücken (s. d.) zurück. Drehe f. schraubenförmiges Geräteteil (15. Jh.), ‘Drehung’ (17. Jh.), in den Mundarten für ‘Drehvorrichtung, Kurbel, Winde’ u. dgl., omd. ‘Weg-, Flußbiegung, Gegend, Umkreis’ (in der Drehe, 19. Jh.). Dreh m. ‘Finte, Trick’ (um 1900), aus dem Rotw., eigentlich wohl ‘geschickte Drehung’. Dreher m. in älterer Zeit ‘Drechsler’ (14. Jh.), modern ‘Metallarbeiter an der Drehbank’. Drehbank f. ‘Drechselbank’, spätmhd. dræbanc; ‘mit einem Drehrad versehener Werktisch, drehbarer Tisch’ (17. Jh.), ‘Werkzeugmaschine mit rotierender Hauptbewegung’ (19. Jh.), modern dafür auch Drehmaschine. Drehbuch n. Vorlage für einen Film (20. Jh.).
Zitationshilfe
„drehen“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/drehen>, abgerufen am 05.03.2021.

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