Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

ebben, ...

Ebbe f. das im Wechsel der Gezeiten eingetretene ‘Niedrigwasser des Meeres’. Mnd. mnl. nl. ebbe, aengl. afries. ebba, engl. ebb (westgerm. *abjōn), in abweichender Bedeutung anord. efja ‘Gegenstrom in einem Fluß, Flußbucht’, schwed. ävja ‘Moor, Schlick’ (schwed. äbb, ebb ist Entlehnung des 18. Jhs. aus dem Nd. bzw. Nl.) sind Ableitungen von der unter ↗ab behandelten germ. Präposition im Sinne von ‘weg’. Ebbe, eigentlich ‘Weg-, Abfluten’ bzw. ‘Weg-Sein’ (des Meeres) bezeichnend, wird Ende 16. Jh. aus dem Nd. ins Hd. übernommen. ebben Vb. ‘zurückgehen’ (vom Meerwasser), ahd. (unter nd. Einfluß?) in der Präfixbildung firebben (10./11. Jh., nhd. verebben), mhd. eppen, mnd. mnl. ebben, aengl. ebbian, engl. to ebb. Im Mhd. selten, begegnet das Verb im Frühnhd. (15./16. Jh.) noch öfters in der Form eppen, bis sich im 17. Jh. vom Nd. her ebben durchsetzt; in dichterischer Sprache bis ins 20. Jh. neben dem in der Gegenwart geläufigen abebben (19. Jh., nd. afebben, 18. Jh.) und verebben. Vom Verb abgeleitet sind offensichtlich die Abstraktbildungen ahd. ebbunga (11. Jh.), asächs. ebbiunga (10./11. Jh.), die auf dt. Sprachgebiet eher bezeugt sind als Ebbe.
Zitationshilfe
„ebben“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/ebben>, abgerufen am 04.08.2020.

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