Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

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Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

ein, ...

ein1 Num. Das gemeingerm. Zahlwort ahd. (8. Jh.), mhd. ein, asächs. mnd. ēn, aengl. ān, engl. one, mnl. nl. een, anord. einn, got. ains (germ. *aina-) führt mit Wörtern anderer ie. Sprachen wie lat. ūnus (alat. oinos), griech. ó͞inē, oinós (οἴνη, οἰνός) ‘Eins auf dem Würfel’, air. ōen auf ie. *oinos ‘eins’, eine Bildung zum Pronominalstamm ie. *ei-, *i- ‘der, er’ (s. ↗er). Das Zahlwort wird bereits in ahd. Zeit auch als Indefinitpronomen ‘irgendein’ gebraucht, aus dem sich die Verwendung als unbestimmter Artikel entwickelt. Vom Zahlbegriff her wird ahd. mhd. ein (im Mhd. oft verstärkt al ein) zum Ausdruck der Einheit, Gemeinsamkeit, Übereinstimmung; so begegnet es auch in den Fügungen ahd. mhd. ein sīn ‘einig, gleichen Sinnes sein’, ahd. ein werdan, mhd. ein werden ‘sich einigen’, seit dem 15. Jh. eins sein, werden (wohl mit Genitiv-s, vgl. mnd. ēn sīn, ēn(s) werden, mnl. eens sijn, werden); dazu als Gegenbildung nhd. uneins sein, werden (15. Jh., vgl. mnd. unēns, mnl. oneens ‘uneinig’). Ferner kennzeichnet ahd. mhd. ein auch Singularität, namentlich in der schwachen Form ahd. eino, mhd. eine ‘allein, abgesondert, als einziger’ (vorwiegend prädikativ, in adverbiellem Gebrauch ahd. ein, mhd. eine, ein ‘nur’), im Mhd. häufig verstärkt durch al, woraus mhd. alein(e) (s. ↗allein). Zur Bezeichnung des Zahlenwertes innerhalb der Zahlenreihe wird im Nhd. eins Num. üblich, das ein stark flektiertes Neutrum mhd. ein(e)ʒ fortsetzt; vorher steht in solchen Fällen endungsloses ahd. mhd. ein, im Mhd. vereinzelt schon ein(e)ʒ; dazu die Substantivierung Eins f. als Bezeichnung der Ziffer (18. Jh.), dann als Zensur, Straßenbahnlinie u. ä.
Zitationshilfe
„ein“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/ein>, abgerufen am 29.10.2020.

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Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

ein

ein2 Adv. Ahd. mhd. īn ‘ein, hinein, herein’, gedehnt aus älterem in, verwandt mit der Präp. ↗in (s. d.). ein erscheint in trennbaren Zusammensetzungen mit Verben, die eine Richtung (einsteigen, einbiegen), Zerstörung (einreißen, einschlagen), Veränderung eines Zustandes (einfärben, einschlafen) oder Eindringlichkeit, Wiederholung einer Handlung (einreden) bezeichnen, auch im Sinne von ‘rund um etw. herum’ (einkesseln, einrahmen). Es begegnet in zusammengerückten Ortsadverbien wie herein, hinein, darein, landein, querfeldein und Zeitadverbien wie jahrein (jahraus), tagein (tagaus). Selbständig steht ein als Glied des Wortpaares ein und/noch aus oder aus und/noch ein, mhd. ūʒ und/noch īn (bei jmdm. ein und aus gehen ‘verkehren’; nicht aus noch ein wissen ‘völlig ratlos sein’). In einigen Fällen tritt ein anstelle eines älteren mhd. in wie in eingedenk, Eingeweide, Einwohner.
Zitationshilfe
„ein“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/ein>, abgerufen am 29.10.2020.

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