Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

ex-, ...

ex- Präfix ‘aus-, heraus-’ (daneben e-, ef-, ek-), im Dt. vereinzelt seit dem 13. Jh. und häufig vom 16. Jh. an als Bestandteil von Nomina und Verben lat. (z. B. Exempel, Exekution, Eminenz, Edition, Effekt, exzellent, exquisit, examinieren, exerzieren, evakuieren) oder griech. Ursprungs (z. B. Exegese, Exanthem, Ekstase, Eklipse, Ekzem) vorkommend. Die Präfixe lat. ex-, vor Konsonant oft ē-, vor f assimiliert zu ef-, bzw. griech. ex- (ἐξ-), vor Konsonant ek- (ἐκ-) ‘aus-, heraus-’ und die gleichlautenden Präpositionen lat. ex, griech. ex, ek (ἐξ, ἐκ) ‘aus, von … an, seit, infolge, gemäß’ führen mit air. a, as, ess-, as- ‘aus, aus-’ und wahrscheinlich (trotz unerklärtem i-Anlaut) auch mit gleichbed. lit. ìš, iš-, lett. iz, iz-, aslaw. iz, iz-, russ. iz, iz- (из, из-) auf eine Grundform ie. *eg̑hs ‘aus’. Aus Weiterbildungen von lat. ex gehen ↗extern, ↗extra, ↗extrem (s. d.) hervor; an griech. ex schließt sich das in ↗exogen, ↗exotisch (s. d.) vorliegende griech. éxō (ἔξω) Adv. und Präp. ‘außen, hinaus, außerhalb’ an. Ex- Präfix ‘ehemalig, gewesen’, seit der 2. Hälfte des 18. Jhs. gebräuchliche, heute noch produktive Vorsilbe, die Personenbezeichnungen vorangestellt wird und zum Ausdruck bringt, daß es sich um den früheren Inhaber der genannten Stellung handelt, z. B. Exminister, Exkönig, Expräsident, Exweltmeister. Der Typus ist in spätlat. excōnsul, expraefectus ‘ehemaliger Konsul, Präfekt’ (nach präpositionalen Fügungen wie spätlat. ex cōnsule) zuerst bezeugt, dann im Mlat. sehr verbreitet und gelangt über frz. und ital. Nachahmungen (vgl. frz. ex-laquais, ex-ministre, ital. expresidente, auch espresidente) ins Dt.
Zitationshilfe
„ex-“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/ex->, abgerufen am 24.02.2021.

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