Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

fließen, ...

fließen Vb. ‘strömen’, ahd. flioʒan ‘fließen, schwimmen, flüssig sein’ (8. Jh.), mhd. vlieʒen ‘fließen, strömen, schwimmen’, asächs. fliotan, mnd. vlēten, mnl. nl. vlieten, aengl. flēotan, engl. to fleet, anord. fljōta, schwed. flyta gehen auf ie. *pleud-, Dentalbildung zu ie. *pleu- ‘rinnen (und rennen), fließen, schwimmen, schwemmen, gießen’, Erweiterung der Wurzel ie. *pel(ə)- ‘gießen, (ein)füllen, fließen’, zurück und sind verwandt mit aind. plávatē ‘schwimmt, gleitet’, griech. plé͞in (πλεῖν) ‘segeln, schwimmen’, lat. pluere ‘regnen’ (aus *plovere, vgl. archaisches perplovere ‘durchsickern lassen, leck sein’). Zur gleichen Wurzelerweiterung gehören ↗Flosse, ↗Floß, ↗flößen2, ↗Flotte, ↗Fluß (s. d.); s. auch nahestehendes ↗Flut. Fließ n. ‘fließendes Gewässer, Wasserlauf’, mhd. vlieʒ ‘Fluß, Strömung’, mnd. vlēt ‘Wasserlauf, Bach’. Fließpapier n. ‘saugfähiges Papier, auf dem Tinte und Farben zerfließen, Löschpapier’ (16. Jh.). Fließband n. ‘(laufendes) Montageband’ (20. Jh.). Fließarbeit f. ‘lückenlos aneinandergereihte Folge von Vorgängen eines Arbeitsprozesses’ (20. Jh.).
Zitationshilfe
„fließen“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/flie%C3%9Fen>, abgerufen am 22.02.2020.

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