Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

gähnen

gähnen Vb. ‘(vor Müdigkeit oder aus Langeweile) den Mund unwillkürlich weit öffnen und tief ein- und ausatmen, klaffen, weit offen liegen’, ahd. ginēn (8. Jh.), ginōn (um 900) ‘den Mund aufsperren, gähnen’, mhd. ginen, genen, asächs. ginon, mnd. gēnen, mnl. ghēnen, aengl. ginian, geonian, anord. gina, ablautend ahd. geinōn ‘gähnen, den Mund öffnen’ (9. Jh.), aengl. gīnan ‘klaffen, gähnen’, engl. to yawn, anord. gīna gehören mit griech. cháskein (χάσκειν), chá͞inein (χαίνειν) ‘gähnen, klaffen’, chásma (χάσμα) ‘klaffende Öffnung’, cháos (χάος) ‘leerer Raum, Luftraum’, lat. hiāre und hīscere ‘gähnen, klaffen, aufgesperrt sein’, lit. žióti ‘gähnen, den Mund aufsperren’, aslaw. zinǫti ‘gähnen, klaffen, den Mund öffnen’ und zịjati ‘den Mund aufreißen’, russ. zínut’ (зинуть) und ziját’ (зиять) ‘den Mund aufsperren, gähnen’ zu der den Gähnlaut nachahmenden Wurzel ie. *g̑hēi-, *g̑hē- ‘gähnen, klaffen, offenstehen’; verwandt sind ↗Geest, ↗Geifer, ↗Gaumen (s. d.), vermutlich auch ↗gaffen (s. d.).
Zitationshilfe
„gähnen“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/g%C3%A4hnen>, abgerufen am 25.02.2020.

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