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Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

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Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

gebären, ...

gebaren Vb. reflexiv ‘sich benehmen, betragen, verhalten’. Dem heute selten gebrauchten Verb geht gleichbed. ahd. gibārōn (9. Jh.), mhd. mnd. gebāren vorauf; dazu stellen sich ahd. gibāra f. ‘Art, Erscheinungsform’ (11. Jh.), mhd. gebār m. ‘Betragen, Verhalten, Art und Weise’ sowie als eng verwandt die unter Gebärde (s. d.) genannten Formen; vgl. Götz in: PBB (H) 81 (1959) 191 ff. Letztlich ist die Wortgruppe an die Wurzel ie. *bher(ə)- ‘tragen, bringen’ (s. gebären) anzuschließen. Bereits im 18. Jh. gilt das Verb als selten, gebräuchlich bleibt dagegen der substantivierte Infinitiv Gebaren n. ‘(außergewöhnliches) Benehmen, Betragen, Verhalten’, ahd. gibāren (Hs. 11./12. Jh.), mhd. gebāren.
Zitationshilfe
„gebären“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/geb%C3%A4ren>.

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Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

gebären, ...

gebären Vb. ‘(ein Kind) zur Welt bringen, hervorbringen, erzeugen’, ahd. (8. Jh.), asächs. giberan ‘hervorbringen, erzeugen, gebären’, mhd. gebern, mnd. gebēren, aengl. geberan, got. gabaíran bedeutet eigentlich ‘zu Ende tragen’ (s. ge-) und ist zu dem im Nhd. untergegangenen Simplex ahd. beran (8. Jh.), mhd. bern ‘Frucht tragen, hervorbringen, gebären’, asächs. beran, mnd. bēren, mnl. beren, aengl. beran, engl. to bear, anord. bera ‘tragen, führen’, schwed. bära ‘tragen, bringen, ertragen’, got. baíran ‘tragen, bringen, hervorbringen, gebären’ gebildet. Dieses Verb gehört mit den Verwandten aind. bhárati ‘trägt’, griech. phérein (φέρειν) ‘tragen, bringen’, lat. ferre ‘tragen, bringen’, air. berid ‘trägt’, aslaw. bьrati ‘sammeln, nehmen’, russ. brat’ (брать) ‘nehmen’ zur Wurzel ie. *bher(ə)- ‘tragen, bringen’ (auch ‘Leibesfrucht tragen’), dann auch ‘er-, aufheben’ (s. empören). Mit gebären sind u. a. verwandt Geburt, Gebärde, gebaren, Gebühr, gebühren, Bahre, entbehren (eigentlich ‘nicht tragen’) und das Suffix -bar (s. d.), z. B. fruchtbar, eigentlich ‘Frucht tragend, bringend’. Gebärmutter f. weibliches Geschlechtsorgan, in dem sich das befruchtete Ei entwickelt (Ende 16. Jh.), älter frühnhd. bermuoter (14. Jh.), Bärmutter (Anfang 16. Jh.), mnl. baermoeder, nl. baarmoeder. Zu ahd. mhd. muoter im Sinne von ‘gebärender Körperteil’, zur Verdeutlichung zusammengesetzt mit gebären. Vgl. auch ahd. giburtmuoter (Hs. 12. Jh.). Selten ausgebären Vb. ‘hervorbringen’, spätmhd. ūzgebern.
Zitationshilfe
„gebären“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/geb%C3%A4ren>.

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