Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

gerissen, ...

gerissen Part.adj. ‘schlau, durchtrieben, den eigenen Vorteil geschickt wahrnehmend’ wird in der 1. Hälfte des 19. Jhs. als Verstärkung von ↗gerieben (s. d.) gebräuchlich. Es entspricht seiner Form nach dem Part. Prät. von ↗reißen (s. d.), läßt sich aber an keine der Bedeutungen dieses Verbs sicher anschließen. Die Annahme einer (durch Semantik und Lautgestalt des Verbalstamms begünstigten) affektischen Analogiebildung zu synonymen Ausdrücken wie abgebrüht, abgefeimt, ausgekocht, gerieben, gewichst, gewieft, verschmitzt oder (öst.) gehaut liegt daher nahe. Gerissenheit f. ‘Schlauheit, Geschäftstüchtigkeit’ (2. Hälfte 19. Jh.).
Zitationshilfe
„gerissen“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/gerissen>, abgerufen am 14.07.2020.

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