Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

gewinnen, ...

gewinnen Vb. ‘siegen, einen Preis erobern, erreichen, erlangen’, ahd. (9. Jh.), asächs. giwinnan, mhd. mnd. gewinnen ‘durch Arbeit, Mühe, Kampf zu etw. gelangen, erwerben, anschaffen’, aengl. gewinnan, got. gawinnan ‘erleiden’ sind verstärkende Präfixbildungen zum Simplex ahd. winnan (8. Jh.), mhd. winnen ‘sich abarbeiten, wüten, rasen, streiten’, asächs. winnan, mnd. winnen, mnl. nl. winnen, aengl. winnan, engl. to win ‘erringen, erlangen’, anord. vinna ‘arbeiten, leisten, gewinnen’, schwed. vinna ‘erringen, erlangen’, got. winnan ‘leiden’. Germ. *wennan ‘sich mühen’ verbindet sich mit aind. vanṓti ‘begehrt, erstrebt, überwältigt, besiegt’, vaní- ‘Verlangen, Wunsch’, lat. venus ‘Anmut, Schönheit, Liebe’ (vgl. Venus ‘Göttin der Huld und Liebe’) und führen auf ie. *u̯en(ə)- ‘streben’, dann ‘wünschen, lieben, befriedigt sein’, auch ‘erarbeiten, Mühe haben’, perfektiv ‘erreichen, gewinnen’, wozu ↗Wahn, ↗wohnen, ↗Wonne, ↗Wunsch, ↗gewöhnen (s. d.) gehören. Gewinn m. ‘Preis, Vorteil, Erwerbung’, ahd. giwin (8. Jh.), mhd. gewin ‘Erwerb, Vorteil, Nutzen’, abgeleitet vom Verb. Gewinner m. mhd. gewinner (vgl. mhd. gewinnære ‘Vorkämpfer’?). Gewinnler m. ‘wer aus allem Gewinn herausschlägt’ (16. Jh.), noch erhalten in Kriegsgewinnler m. ‘wer am Krieg verdient’ (20. Jh.).
Zitationshilfe
„gewinnen“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/gewinnen>, abgerufen am 14.07.2020.

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