Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

grell

grell Adj. ‘durchdringend, schrill, blendend’, mhd. (md.) grel ‘zornig, rauh’, mnd. grel, (ablautend) gral ‘zornig, böse, verärgert’, mnl. gril, grel ‘jähzornig, leidenschaftlich’; dazu das Substantiv frühnhd. gral ‘Schrei, Zorn’ (15. Jh.), grel (16. Jh.) sowie das Verb mhd. grellen, grillen ‘laut, vor Zorn schreien’, mnd. grellen ‘in Zorn versetzen, reizen’, mnl. grillen ‘murren, brummen’, aengl. grillan ‘zum Zorn reizen, mit den Zähnen knirschen’ und anord. grellskapr ‘Zorn’. Sie alle sind (wie auch ablautendes ↗grollen, ↗Groll, s. d.) als lautnachahmende Bildungen anzusehen. grell und seine Verwandten bezeichnen zunächst das zornige Gebrüll, vom 16. Jh. an steht das Adjektiv für ‘schrill, durchdringend’ und, übertragen auf Gesichtseindrücke, für ‘hell, blendend’ (geläufig seit 18. Jh.). Man kann die Wortgruppe um grell und Groll in Verbindung mit ↗grüßen, ↗girren, ↗gurren (s. d.) bringen.
Zitationshilfe
„grell“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/grell>, abgerufen am 27.10.2020.

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