Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

illegitim, ...

legitim Adj. ‘rechts-, gesetzmäßig, gesetzlich zulässig, anerkannt’. Lat. lēgitimus (zu lat. lēx ‘Gesetz’) geht mit lat. Flexion in dt. rechtssprachlichen Gebrauch ein und dringt von dort aus in eingedeutschter Form in die Allgemeinsprache (18. Jh.). Dazu das Antonym illegitim Adj. ‘unrechtmäßig, gesetzlich nicht anerkannt’, auch ‘unehelich’ (18. Jh.), aus lat. illēgitimus ‘ungesetzlich, gesetzwidrig, unerlaubt’. Legitimation f. ‘Berechtigung, Beglaubigung, Ausweis’ (16. Jh.), auch ‘Beglaubigungsdokument’ (18. Jh., für älteres Legitimationsbrief, 17. Jh.) und ‘rechtliche Anerkennung eines unehelichen Kindes’, aus gleichbed. mfrz. frz. légitimation, mlat. legitimatio. legitimieren Vb. ‘für legitim erklären, berechtigen, beglaubigen, rechtlich anerkennen’ (16. Jh.), reflexiv ‘sich ausweisen’ (17. Jh.), unter Einfluß von mfrz. frz. légitimer aus mlat. legitimare ‘rechtlich anerkennen’. Legitimität f. ‘Rechtmäßigkeit’ (Anfang 19. Jh.), aus gleichbed. frz. légitimité, in der speziellen Bedeutung ‘Gesetzlichkeit der Erb- und Thronfolge des angestammten Herrscherhauses’ durch Talleyrand auf dem Wiener Kongreß (1814/15) allgemein geworden; mlat. legitimitas (Genitiv legitimitatis) ‘Ehelichkeit’.
Zitationshilfe
„illegitim“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/illegitim>, abgerufen am 20.09.2020.

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