Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

infam, ...

infam Adj. ‘niederträchtig, abscheulich, ehrlos’. Gegen Ende des 17. Jhs. wird lat. īnfāmis ‘berüchtigt, verrufen, schmachvoll’ (im 15. Jh. mit ↗anrüchig, s. d., übersetzt) in die Rechtssprache entlehnt und erhält die Bedeutung ‘bürgerlich ehrlos’, die sich später zu ‘schlecht, schändlich’ weiterentwickelt (Einfluß von frz. infâme ‘ehrlos, schändlich’ ist anzunehmen). Lat. īnfāmis, gebildet zu lat. fāma ‘Gerede, öffentliche Meinung, (guter oder schlechter) Ruf’ (s. ↗Fama) mit negierendem in- (s. ↗in-2), bezeichnet eigentlich den, ‘der keine fāma hat’, bedeutet also ‘ohne Nachrede’ (inschriftlich bezeugt), meist aber ‘ohne guten Ruf, verrufen’ (s. oben). Seiner Bildung nach ist lat. īnfāmis ein Gegenwort zu lat. fāmōsus, das mit dem Suffix -ōsus den charakterisiert, ‘der fāma in Fülle hat’, daher ‘viel (gut oder schlecht) besprochen’ ist (s. ↗famos). Infamie f. ‘Niederträchtigkeit, Schändlichkeit’ (18. Jh.), frz. infamie.
Zitationshilfe
„infam“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/infam>, abgerufen am 20.09.2020.

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