Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

insgeheim, ...

geheim Adj. ‘verborgen, streng vertraulich, nicht für Außenstehende bestimmt’, seit dem 15. Jh. als präfigierte Adjektivbildung zu ↗Heim (s. d.) belegt, seiner Herkunft entsprechend zuerst ‘zum Haus, zum Heim gehörig, vertraut’ (vgl. Geheimer Rat, Geheimrat ‘vertrauter Rat’), dann auch (16. Jh.) ‘traulich’ und ‘zahm’ (von Haustieren). Die heutige Bedeutung entwickelt sich erst im 17. Jh. aus ‘vertraut’ im Gegensatz zu öffentlich. Vgl. Geheimbund (Anfang 19. Jh.), Geheimdienst ‘politische Polizei’ (19. Jh.), Geheimlehre (Anfang 19. Jh.), zuerst für die jüdisch-mystische Kabbala. Geheimnis n. ‘nur für einen kleinen Personenkreis bestimmtes Wissen, Unerklärbares, Undeutbares’ (16. Jh.), als Ableitung zum Adjektiv zuerst wohl für ein religiöses Mysterium gebraucht (Luther), älter dafür Heimlichkeit; öffentliches Geheimnis ‘ein Geheimnis, das allen bekannt geworden ist’ (18. Jh.), wohl Übersetzung von Calderons Lustspieltitel El secreto a voces. Geheimniskrämer m. ‘wer sich mit angeblichen Geheimnissen wichtig macht’ (18. Jh.). geheimnisvoll Adj. ‘unerklärbar, rätselhaft, einem größeren Personenkreis unbekannt’ (18. Jh.). insgeheim Adv. ‘heimlich’ (17. Jh.), zum substantivierten Adjektiv, vgl. im Geheimen.
Zitationshilfe
„insgeheim“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/insgeheim>, abgerufen am 18.09.2020.

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