Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

kabbeln

kabbeln Vb. reflexiv ‘sich harmlos herumstreiten, in die Haare kriegen, necken’. Mnd. kabbelen ‘zanken’, nd. kabbelen (neben kibbelen) ‘laut schwatzen’ setzt sich im 19. Jh. auch in hd. Texten durch. Das Verb verbindet sich mit mhd. kibelen, kifelen, kiveren ‘scheltend zanken, keifen’, kifelen, kife(r)n ‘nagen, kauen’, anord. kjapta ‘reden, sprechen’, norw. kjefte ‘lärmen, schelten’, aslaw. ozobati ‘fressen’, russ. (älter) zobát’ (зобать) ‘picken, verschlingen, gierig fressen’, lit. žė́bti ‘langsam essen’. Verwandt sind ferner die unter ↗Käfer und ↗Kiefer1 m. (s. d.) angeführten Formen sowie air. gop ‘Schnabel, Mund’. Ihnen allen liegt die Wurzel ie. *g̑epʰ-, *g̑ebʰ-, ‘Kiefer, Mund; essen, fressen, schnappen’ zugrunde, so daß für kabbeln eine Ausgangsbedeutung ‘die Kiefer bewegen, sprechen, zanken’ anzunehmen ist.
Zitationshilfe
„kabbeln“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/kabbeln>, abgerufen am 25.09.2020.

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