Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

klamüsern

klamüsern Vb. ‘grübeln, in der Stube hocken’, älter kalmäusern (16. Jh.). Zugrunde liegt Kalmüser, Klamüser ‘Sinnierer, Grübler, spitzfindiger Geselle’, das noch heute im Nd. gebräuchlich und seit dem 16. Jh. (auch obd.) in vielen Bedeutungsnuancen belegt ist (‘Schmarotzer, Geizhals, armer Schlucker, Knauser, Schulmeister, weltfremder Stubengelehrter’). Man kann ausgehen von rotw. Kammesierer ‘gelehrter Bettler’, zu jidd. komaz ‘nehmen (mit voller Hand)’, kamzon ‘Geizhals’, das wohl von lat. calamus ‘Rohr, Schreibrohr, Feder’ beeinflußt wird, so daß Kalmäuser, Klamäuser, Kalmüser oder Klamüser als der ‘unfruchtbare Gelehrte’ zu verstehen ist. Das Verb ist vom Substantiv abgeleitet, vgl. noch heute nd. kalmüsern, klamüsern ‘grübeln, umhersuchen’, nhd. ausklamüsern ‘austüfteln’ (19. Jh.).
Zitationshilfe
„klamüsern“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/klam%C3%BCsern>, abgerufen am 24.09.2020.

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