Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

komponieren, ...

komponieren Vb. ‘nach bestimmten Formgesetzen zusammenfügen, gestalten, ein Musikwerk schaffen’. Das Verb wird um 1500 aus lat. compōnere (compositum) ‘zusammenstellen, -setzen’ (vgl. lat. pōnere ‘setzen, stellen, legen’ und s. ↗kon-) entlehnt und gilt zunächst mit der im Lat. vorgeprägten Bedeutung im Bereich der Medizin und Chemie. Im 16. Jh. steht komponieren (mlat. Gebrauch folgend) auch für das Abfassen eines Musikstücks und im 18. Jh. (unter dem Einfluß von frz. composer) in der bildenden Kunst für das bestimmten Gesichtspunkten folgende Anordnen der Figuren. In der Grammatik ‘(Redeteile) zusammenfügen, (Wörter) zusammensetzen’ (seit dem 17. Jh.). Komponist m. ‘Schöpfer von Musikwerken’, gelehrte Bildung des 16. Jhs. Daneben zeitweilig (besonders 18./19. Jh.) aus dem Frz. entlehntes Compositeur. Komposition f. ‘Musikwerk’ (16. Jh.), in der Sprachwissenschaft ‘Wort- und Satzfügung’ (16. Jh.), dann besonders ‘Zusammensetzung von Wörtern’ (17. Jh.), aus lat. compositio (Genitiv compositiōnis) ‘Zusammenstellung, Abfassung eines Schriftwerks’ (mlat. auch ‘eines Musikstücks’), in der Rhetorik ‘Fügung, Anordnung der Worte, der Perioden’. Unter dem Einfluß von frz. composition auch (seit 18. Jh.) ‘Aufbau eines Kunstwerks nach bestimmten harmonischen Formgesetzen’.
Zitationshilfe
„komponieren“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/komponieren>, abgerufen am 12.04.2021.

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