Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

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Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

kosten, ...

kosten1 Vb. ‘einen Kaufwert, Preis haben, wert sein’. Etwa um 1200 wird am Mittelrhein mhd. kosten ‘aufwenden, ausgeben, zu stehen kommen’ aus gleichbed. afrz. coster, couster (frz. coûter) entlehnt. Dieses beruht auf vlat. *cōstāre, hervorgegangen aus lat. cōnstāre, das bereits in der römischen Geschäftssprache aus ‘feststehen’ (wohl, im Hinblick auf die Waage, über ‘zum Stillstand kommen’) die Bedeutung ‘zu stehen kommen, einen Preis haben’ entwickelt. Kosten Plur. ‘Aufwand, Ausgaben’, ahd. kosta ‘kostbares Gewicht, Wert’ (Hs. 13. Jh.), mhd. kost m., koste f. ‘Wert, Preis, Geldmittel, Aufwand, Ausgaben’ geht zurück auf gleichbed. mlat. costus, costa, Substantivbildungen zu vlat. *cōstāre (s. oben). Die Singularformen der Kost, die Kost(e) und (schwach flektierend) der Kosten werden in der angegebenen Bedeutung von dem seit dem 18. Jh. allein geltenden Plural die Kosten verdrängt (s. aber ↗Kost). Entsprechend gleichbed. Unkosten Plur. vgl. mnd. unkost, frühnhd. unkostung. kostbar Adj. ‘wertvoll, prächtig’, auch ‘teuer’, mhd. kostebære. kostspielig Adj. ‘mit großen Kosten verbunden’ (18. Jh.); zu Spiel in der Bedeutung ‘Menge’, vgl. Kostenspiel ‘eine Menge Kosten’ (westmd.). Oder ist das zweite Kompositionsglied umgebildet aus mhd. spildec ‘verschwenderisch’? köstlich Adj. ‘fein, edel, wertvoll, erlesen’, mhd. kostelich, kosteclich ‘aufwendig, teuer, prächtig’.
Zitationshilfe
„kosten“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/kosten>, abgerufen am 16.02.2020.

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Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

kosten

kosten2 Vb. ‘den Geschmack prüfen, probieren’, ahd. kostōn ‘erproben, versuchen’ (8. Jh.), mhd. kosten ‘prüfen, erkennen, wahrnehmen, schmecken’, asächs. koston ‘versuchen’, aengl. costian ‘versuchen, plagen’, anord. kosta ‘erproben, sich anstrengen, anwenden’ entsprechen in ihrer Bildung genau lat. gustāre ‘kosten, genießen, schmecken, einen Imbiß nehmen’. Die Verben sind Ableitungen zu der auch in ↗kiesen und ↗Kür (s. d.) erhaltenen Verbalwurzel ie. *g̑eus- ‘kosten, genießen, schmecken’ mit dem auch in mehreren Nominalbildungen auftretenden dentalen Element t, vgl. lat. gustus ‘das Kosten’ (s. ↗goutieren), got. kustus ‘Prüfung’. Die alte Bedeutung des Schmeckens wird im Germ. zugunsten der des Prüfens, Wählens, Erkennens aufgegeben; sie tritt jedoch in mhd. (md.) kosten wieder zutage, wird von Luther aufgenommen und danach vorherrschend.
Zitationshilfe
„kosten“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/kosten>, abgerufen am 16.02.2020.

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