Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

nett, ...

nett Adj. ‘freundlich, liebenswert, hübsch’. Afrz. (frz.) net ‘rein, sauber, lauter, rechtschaffen, höflich’, aus lat. nitidus ‘glänzend, hell, ungetrübt, sauber’ (zu lat. nitēre ‘glänzen, blinken, strahlen’), wird Ende des 14. Jhs. in die Kaufmannssprache Flanderns übernommen und im Sinne von ‘rein, nach den notwendigen Abzügen (von Geld und Gewicht) verbleibend’ verwendet. Von da gelangt der Ausdruck ins Westmd. (altköln. net, Mitte 15. Jh.) und ins Nd. (mnd. net ‘genau, völlig, gänzlich’ bei Angabe von Geldsummen, nd. net ‘die reine Ware ohne Verpackung betreffend’, 18. Jh.), vermag sich aber nicht gegen netto (s. d.) durchzusetzen. In der 2. Hälfte des 15. Jhs. wird net(t) am Niederrhein, danach auch im Hd. (Anfang 16. Jh.) mit der Bedeutung ‘sauber glänzend’ (zuerst von Metall), später auch (17. Jh.) von Gestalt und Wesen des Menschen ‘hübsch anzusehen, liebenswürdig, reizend’ üblich. Nettigkeit f. (17. Jh.).
Zitationshilfe
„nett“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/nett>, abgerufen am 25.10.2021.

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