Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

rasieren, ...

rasieren Vb. ‘den Bart scheren, die Barthaare abschneiden’. Im Dreißigjährigen Krieg wird das Verb im Sinne von ‘niederreißen, zerstören, (Festungswerke) dem Erdboden gleichmachen, schleifen’ entlehnt aus frz. raser ‘scheren, glatt abschneiden, darüber hinstreichen, streifen, dem Erdboden gleichmachen, schleifen’, das über gleichbed. afrz. raser auf vlat. *rāsāre zurückgeht, eine Intensivbildung zu lat. rādere (rāsum) ‘kratzen, schaben, reinigen, glattmachen, abscheren’ (s. ↗radieren, ↗rasant). Ebenfalls in der 1. Hälfte des 17. Jhs. (geläufig seit dem 18. Jh.) begegnet rasieren (wohl gefördert durch früher bezeugtes Rasur, s. unten) für ‘das Barthaar, den Bart wegnehmen’, älteres ↗barbieren und ↗scheren1 (s. d.) zurückdrängend. Rasur f. ‘das Rasieren der Barthaare, Schrifttilgung, radierte Stelle in einer Schrift’, aus lat. rāsūra ‘das Schaben, Kratzen, Glattmachen’, spätlat. ‘das Abscheren (von Haar und Bart), die auf dem Kopfe geschorene Stelle, Tonsur’, zu lat. rādere (s. oben); im Dt. zunächst ‘Haarschur’ (15. Jh.), ‘Auskratzung von Schrift(zeichen)’ (16. Jh.).
Zitationshilfe
„rasieren“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/rasieren>, abgerufen am 28.10.2020.

Weitere Informationen zum Zitieren …

Wortinformationsseiten im DWDS

Im Etymologischen Wörterbuch stöbern

a ä b c d e é f g h i
j k l m n o ö p q r
s t u ü v w x y z -