Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

re-

re- erstes Glied in auf das Lat. zurückgehenden verbalen Zusammensetzungen bzw. dazu gebildeten Nomina. Die untrennbare Partikel lat. re- (vor Vokalen meist red-, vgl. lat. redigere, s. ↗redigieren) bezeichnet ein Verbringen bzw. Gelangen an den alten, gehörigen Ort, vgl. lat. regerere ‘zurücktragen, -werfen’ (s. ↗Register1), regredī ‘zurückgehen’ (s. ↗Regreß), relinquere ‘zurück-, übriglassen’ (s. ↗Relikt), ein Zurückversetzen in den alten Zustand, vgl. lat. reformāre ‘umgestalten, abändern, verbessern, wiederherstellen’ (s. ↗reformieren), reparāre ‘wiedererwerben, wiederherstellen, erneuern’ (s. ↗reparieren), einen Vorgang in gleichsam entgegengesetzter Richtung, vgl. lat. reclamāre ‘dagegenschreien, laut widersprechen’ (s. ↗Reklame), renītī ‘sich widersetzen’ (s. ↗renitent), resonāre ‘widerhallen’ (s. ↗Resonanz), ein Gelangen in den alten, früheren Zustand, vgl. lat. reconvalēscere ‘wiedererstarken’ (s. ↗Rekonvaleszent), resolvere ‘(wieder) aufbinden, auflösen’ (s. ↗Resolution), auch das Wiederholen einer Handlung, vgl. lat. repetere ‘wieder angreifen, von neuem vornehmen, wiederholen’ (s. ↗repetieren), resūmere ‘wieder (vor)nehmen, wiederholen’ (s. ↗resümieren).
Zitationshilfe
„re-“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/re->, abgerufen am 13.08.2020.

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