Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

schütten, ...

schütten Vb. ‘strömen, niederrinnen, niedergleiten lassen, gießen’, ahd. scutten ‘heftig hin und her bewegen, schütteln’ (8. Jh.), mhd. schüt(t)en ‘schwingen, schütteln, erschüttern, Erdreich an-, aufschwemmen, anhäufen, eindämmen’, asächs. skuddian ‘schütteln, erschüttern’, mnd. schüdden, mnl. scudden, nl. schudden ‘schütteln, hin und her bewegen’, afries. skedda (germ. *skudjan). Dazu gehören (ablautend) aengl. scūdan ‘eilen’ sowie die Iterativbildungen schüttern (s. unten), ↗schaudern, ↗schütteln (s. d.). Vielleicht lassen sich lit. kutė́ti ‘aufrütteln’, kutrùs ‘beweglich, rührig’ und russ. skitát’sja (скитаться) ‘umherstreichen, umherirren’ vergleichen; dann wäre der Ansatz einer Wurzel ie. *(s)kū̌t- ‘rütteln’ möglich. Schütte f. ‘Bund Stroh’, eigentlich ‘die Menge Stroh, die auf einmal zum Ausdreschen der Körner auf die Tenne geschüttet wird’ (16. Jh.), ‘Lagerort für aufgeschüttetes Getreide, Speicher’ (15. Jh.), mhd. schüt(e) ‘Anschwemmung, angeschwemmtes Erdreich’, dadurch gebildete ‘Insel’, auch ‘Erdwall, Schutt, Unrat, Ort, wo Schutt abgeladen, wo Korn aufgeschüttet wird, Kornboden’. schüttern Vb. ‘stoßen, donnern, beben’ (16. Jh.), Iterativbildung zu schütten (s. auch ↗erschüttern).
Zitationshilfe
„schütten“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/sch%C3%BCtten>, abgerufen am 16.02.2020.

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