Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

uferlos, ...

Ufer n. ‘Begrenzung eines Gewässers, Küste, Strand’. Das nur westgerm. Substantiv mhd. uover, (md.) ūber, mnd. ōver (vgl. Hannover ‘(am) hohen Ufer’), mnl. nl. oever, aengl. ōfer, ōfor (in engl. Windsor, aus aengl. Windles ōfer ‘Ufer des Flusses Windel’), westgerm. *ōbera- n. vergleicht sich außergerm. mit griech. ḗpeiros (ἤπειρος), dor. ápeiros (ἄπειρος) ‘Festland, Küste’ und führt auf ie. *āpero- ‘Ufer’, das (nach Specht Dekl. 23) als Komparativbildung zu dem unter ↗ab (s. d.) dargestellten ie. *apo ‘ab, weg’ angesehen werden kann; vgl. aind. áparaḥ ‘hinterer, späterer’, awest. apara-. Danach wäre als Ausgangsbedeutung etwa ‘weiter abgewandt’ und für Ufer ‘der rückwärts gelegene Teil’ vorauszusetzen. Ufer ist ursprünglich dem Obd. und Md. fremd; dafür ↗Gestade (s. d.). Es findet (in mhd. Zeit) nur zögernd bei obd. Schriftstellern Eingang, wird danach vor allem durch Luther, Sachs und Fischart geläufig. uferlos Adj. ‘grenzenlos, ohne Ende, maßlos’ (2. Hälfte 18. Jh.). ausufern Vb. ‘über die Ufer treten’, übertragen ‘ein bestimmtes Maß überschreiten, ausarten’ (Anfang 20. Jh.).
Zitationshilfe
„uferlos“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/uferlos>, abgerufen am 25.09.2020.

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