Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

un-

un- Das Verneinung (ungewaschen, unschön), Abweichung oder Pejoration (Unmensch) und Steigerung (Unsumme ‘sehr große Summe’) des im Grundwort Gesagten ausdrückende Präfix ahd. mhd. asächs. mnd. aengl. engl. got. un-, mnl. nl. on-, anord. ō-, schwed. o- führt mit den außergerm. Entsprechungen aind. a(n)- ‘nicht, un-’, griech. a(n)- (ἀ-, ἀν-), lat. in- (aus *en-, s. ↗in-2), air. in-, ē-, an- auf die als erstes Kompositionsglied auftretende Verneinungspartikel ie. *ṇ-, Tiefstufe der in ↗nein, ↗nicht, ↗nie (s. d.) belegten Verneinung ie. *ne-; vgl. z. B. aind. ájñātaḥ ‘unbekannt’, griech. ágnōstos (ἄγνωστος), lat. īgnōtus, air. ingnad, got. unkunþs, ahd. unkund, mhd. unkunt. Das Präfix ie. ṇ-, nhd. un- ist seit jeher ein Nominalpräfix und verbindet sich besonders mit Adjektiven und Partizipien. Als Verbalpräfix erscheint un- nur in Ableitungen von nominalen Bildungen mit un-; vgl. beunruhigen, verunglimpfen, got. unswēran ‘verunehren, beschimpfen’, zu got. unswērs ‘verachtet’.
Zitationshilfe
„un-“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/un->, abgerufen am 28.01.2021.

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