Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

verlieren, ...

verlieren Vb. ‘etw. oder jmdn. plötzlich nicht mehr haben, unterliegen, besiegt werden’, (reflexiv) ‘sich verirren, sich völlig hingeben’, ahd. firliosan (8. Jh.), mhd. verliesen, vliesen, asächs. farliosan, mnd. vorlēsen, vorliesen, mnl. verliesen, nl. verliezen, afries. forliāsa, aengl. forlēosan (daraus engl. forlorn ‘verloren, verlassen, hilflos’), got. fraliusan ‘verlieren’ (germ. *fraleusan). Das Verb gehört mit ablautendem got. fralusnan ‘verlorengehen’ und den unter ↗Verlust und ↗Verlies (s. d.) behandelten Substantiven zu der unter ↗los (s. d.) angeführten s-Erweiterung der Wurzel ie. *leu-, auch *lēu-, *leu̯ə- ‘abschneiden, trennen, lösen’. Das durch grammatischen Wechsel aus stimmhaftem s entstandene r wird vom Prät. Plur. (mhd. verlurn) und vom Part. Prät. (mhd. verlorn) in frühnhd. Zeit auf alle Formen übertragen; vgl. kiesen neben auserkoren (s. ↗Kür). Erhalten hat sich das s in ↗Verlies und ↗Verlust (s. d.). Verlierer m. ‘wer etw. verloren hat, wer im Krieg, Spiel, Wettkampf unterlegen ist’ (17. Jh.).
Zitationshilfe
„verlieren“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/verlieren>, abgerufen am 17.05.2021.

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