Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

wehen, ...

wehen Vb. ‘(von der Luft) in Bewegung sein, von Luft, vom Wind bewegt werden’, ahd. wāen, wāhen (8. Jh.), mhd. wæjen, wægen, wæn, weien ‘windig sein, wehen machen’, mnd. weien, weigen, mnl. waeyen, nl. waaien, afries. wāia. Neben diesen zur schwachen Flexion übergegangenen Verben zeigen noch starke (reduplizierende) Formen aengl. wāwan und got. waiwan (germ. *wējan). Verwandt ist aind. vā́ti ‘weht, bläst’, griech. aḗnai (ἀῆναι) ‘blasen, wehen’ (vom Wind), aslaw. vějati, russ. véjat’ (веять) ‘wehen, fächeln, Getreide worfeln’. Zugrunde liegt (wie auch für ↗wallen2, ↗Wedel, ↗Wetter und ↗Wind, s. d.) die Wurzel ie. *u̯ē- ‘wehen, blasen, hauchen’. Formen mit zwischen Wurzelsilbe und Endung eingeschobenem h sind seit dem 8. Jh. belegt; Umlaut tritt in mhd. Zeit (zuerst im Md. und Bair.-Öst.) auf, doch im Nhd. geht ǟ nach nordd. und (teilweise) md. Aussprache in ē über (wehen durch Luther verbreitet). Wehe2 f. ‘vom Wind zusammengewehter Schnee’ (18. Jh.), meist im Kompositum Schneewehe (19. Jh.), Schneewehung (17. Jh.).
Zitationshilfe
„wehen“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/wehen>, abgerufen am 24.06.2021.

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