Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

wer, ...

wer was Interr.pron. der Person und Sache. Die für das Maskulinum und Femininum geltende Form ahd. (h)wer (8. Jh.), mhd. wer zeigt als nur dt. Neubildung den aus dem Genitiv (h)wes (und wohl in Anlehnung an ↗er, s. d.) stammenden Vokal e; bewahrt ist auslautendes -r (aus germ. -z). Daneben stehen asächs. hwē (diphthongiert hwie), mnd. , , wi(e), mnl. nl. wie, aengl. hwā̌, engl. who, got. ƕas ‘wer’ mit (außergerm.) aind. káḥ ‘wer’, lit. kàs und die neutralen Formen ahd. (h)waʒ (8. Jh.), mhd. waʒ, asächs. hwat, mnd. mnl. nl. wat, aengl. hwæt, engl. what, anord. hvat, schwed. vad ‘was’ mit (außergerm.) aind. (vedisch) kád, lat. quod ‘was’, lit. kàd ‘weil, daß, so daß’, kadà, kàd ‘wann’. Auszugehen ist von ie. *ku̯os bzw. ie. *ku̯od (mit dem Dentalauslaut der pronominalen Endung des neutralen Nominativs und Akkusativs Sing., vgl. griech. , τό, ‘das’, aus *tód, *τόδ), Bildungen zum Pronominalstamm ie. *ku̯o-, *ku̯e- (s. auch ↗wie und ↗wo). Zum gleichen Stamm stehen ferner got. ƕa ‘warum’, aind. kā́ f. (aus *ku̯ā-) ‘wer’, lat. quī (aus *ku̯oī), aslaw. kъto, russ. kto (кто) ‘wer’. Im Anord. fehlt der Nominativ der mask. Form. Anlautendes h- fällt im Ahd. vom 9. Jh. an ab. In den westgerm. Sprachen (außer dem Hd.) schwindet das (aus s entstandene) auslautende -r des Maskulinums.
Zitationshilfe
„wer“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/wer>, abgerufen am 22.09.2020.

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