Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

werden, ...

werden Vb. ‘entstehen, geschehen’, ahd. werdan ‘entstehen, geschehen, sich ereignen, zuteil werden’ (8. Jh.), mhd. mnd. werden, asächs. werðan, mnl. werden, warden, worden, nl. worden, afries. wertha, aengl. weorþan, engl. (älter) to worth, anord. verða, got. waírþan (germ. *werþan) führt mit aind. vártatē ‘dreht sich, rollt, kreist’, lat. vertere ‘kehren, wenden, drehen’, lit. ver̃sti ‘(vertikal) wenden, kehren, umwerfen, -drehen, stürzen’, aslaw. vrьtěti sę ‘sich drehen, wenden’, russ. vertét’ (вертеть) ‘drehen, wenden’ auf ie. *u̯ert- ‘drehen, wenden’, eine Dentalerweiterung der Wurzel ie. *u̯er- ‘drehen, biegen’. werden, seiner Herkunft nach ein Verb der Bewegung, steht im Germ. seit Anfang seiner Überlieferung im Sinne von ‘entstehen, geschehen’ (die Grundbedeutung wirkt jedoch fort in verwandtem -wärts ‘gewendet, gerichtet auf’, s. d.). Daneben dient es in den germ. Sprachen als Hilfsverb zur Umschreibung des Passivs (bis heute im Dt., Nl. und Isl.) und im Dt. zur Umschreibung des Futurs (regelmäßig seit spätmhd. Zeit). Werdegang m. ‘Verlauf der Entwicklung’ (seit 2. Hälfte 19. Jh. geläufig), zunächst Werdegang einer Nation, eines Volkes, Staates, dann auch Werdegang eines Menschen, eines Künstlers u. dgl.
Zitationshilfe
„werden“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/werden>, abgerufen am 02.08.2021.

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