Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

winden, ...

winden Vb. ‘drehen, (um)wickeln, schlingen, flechten’, reflexiv ‘ranken, sich krümmen, sich schlängeln’. Das stark flektierende gemeingerm. Verb ahd. wintan (8. Jh.), mhd. winden, winten ‘(sich) drehen, um-, einwickeln, sich umdrehen, angreifen’, asächs. windan ‘sich wenden, bewegen’, mnd. mnl. nl. winden, afries. winda, aengl. windan, engl. to wind, anord. schwed. vinda ‘winden, drehen’, got. biwindan ‘umwinden’ (germ. *windan) führt mit aind. vandhúram ‘Wagenkorb’, griech. áthras (ἄθρας, aus *ϝαθ-) ‘Wagen’ auf ie. *u̯endh- ‘drehen, winden, flechten’ (wozu auch ↗Wand, ↗wandeln, ↗wandern, ↗wenden, ↗Windel, ↗windschief, s. d.). Winde f. ‘Hebegerät mit einer Kurbel zum Aufwickeln eines Seils’, ahd. waʒʒarwinta ‘Vorrichtung zum Wasserschöpfen’ (10. Jh.), mhd. winde. Zugleich Pflanzenname (Acker)winde, mit sich um eine Stütze windendem Stengel, ahd. winda (11. Jh.), mhd. winde. umwinden Vb. ‘herumschlingen, mit etw. umwickeln’ (15. Jh.). unumwunden Part.adj. ‘ungezwungen, deutlich, offen’ (Ende 18. Jh.).
Zitationshilfe
„winden“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/winden>, abgerufen am 22.02.2020.

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