Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

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Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

wollen, ...

Wolle f. ‘(zum Spinnen zu verwendende, bzw. versponnene) Tierhaare’, ahd. wolla (9. Jh.), mhd. wolle, mnd. wulle, mnl. wolle, wulle, nl. wol, aengl. wull, engl. wool, anord. schwed. ull, got. wulla (germ. *wullō mit ll aus ln) ist wie aind. ū́ṛṇā ‘Wolle’, griech. lḗnos (λῆνος) ‘Wolle, Wollfaser, -flocke’, lat. lāna ‘Wolle’, lit. vìlna ‘Wolle’, aslaw. vlьna ‘Wolle’, russ. (landschaftlich) vólna, volná (волна) ‘Schafs-, Ziegenwolle’ (aus ie. *u̯ḷnā) und kymr. gwlan, korn. gluan ‘Wolle’ (aus ie. *u̯lənā) mit dem Suffix ie. -nā (germ. -nō) gebildet. Verwandt sind ferner (hochstufig) lat. vellere ‘rupfen, zupfen, ausrupfen’, vellus ‘abgeschorene, noch zusammenhängende Wolle des Schafs, Pelz’ und wohl auch got. wilwan ‘rauben’. Als Wurzel läßt sich ie. *u̯el(ə)- ‘Haar, Wolle’, auch ‘Gras, Ähre, Wald’ bzw. *u̯el- ‘reißen, rupfen, an sich reißen, rauben, ritzen, verwunden, Wunde’ (s. auch ↗Walstatt) erschließen. Wolle meint in erster Linie ‘Schafwolle’ mit einer Ausgangsbedeutung ‘Gezupftes’. wollen1 Adj. ‘aus Wolle bestehend oder hergestellt’, ahd. wullīn (9. Jh.), mhd. wüllīn, wullīn.
Zitationshilfe
„wollen“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/wollen>, abgerufen am 06.07.2020.

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Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

wollen

wollen2 Vb. ‘wünschen, fordern, die Absicht haben’, ahd. (obd.) wellen (8. Jh.), mhd. wellen (aus germ. *waljan, s. ↗wählen) und ahd. (frk.) wollen (9. Jh., mit dem wohl schwundstufigen, wenn nicht aus e verdumpften Vokalismus des Prät. wolta), mhd. wollen, wöllen, wullen sowie (aus germ. *wiljan) asächs. willian, mnd. mnl. nl. willen, aengl. willan, engl. to will, anord. vilja, schwed. vilja, got. wiljan. Das gemeingerm. unregelmäßig flektierende Verb zeigt im Präsens die Formen eines Optativs (ahd. teilweise noch bewahrt im Präs. Sing.), der die Stelle des Indikativs eingenommen hat. Es führt mit aind. vṛṇā́ti, vṛṇītḗ, vṛṇōti ‘wählt, wählt aus, zieht vor, wünscht, liebt, mag’, vára- ‘Wahl, Wunsch, Begehr’, griech. (mit Dentalerweiterung) éldesthai (ἔλδεσθαι, aus *ϝελ-) ‘wünschen, verlangen’, lat. velle ‘wollen, die Absicht haben, übereinstimmen’, bret. guell ‘besser’, lit. vélmi, vélti ‘wünschen, lieber wollen, erlauben’, aslaw. velěti ‘gebieten, befehlen, wollen’, russ. velét’ (велеть) ‘befehlen’, (ablautend) aslaw. voliti ‘(lieber) wollen’, russ. (älter) volít’ (волить) ‘wollen’ auf die Wurzel ie. *u̯el- ‘wollen, wählen’. Dazu gehören auch ↗wählen, ↗Wille und ↗wohl (s. d.).
Zitationshilfe
„wollen“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/wollen>, abgerufen am 06.07.2020.

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