Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

zach, ...

zäh Adj. ‘dickflüssig, klebrig, weich und dabei fest zusammenhaltend, schwer zu zerkleinern’, übertragen (seit dem 16. Jh., von Personen) ‘ausdauernd, widerstandsfähig, beharrlich’, ahd. zāhi (auch zāh?, 9. Jh.), mhd. zæh(e), zæch, mnd. tēge, , tei(g)e, mnl. taey, tay, nl. taai, daneben (auf Grund anderer Stammbildung ohne Umlaut) mhd. zāch, mnd. , aengl. tōh, engl. tough. Auszugehen ist von germ. *tanhi- bzw. *tanhu-, das vielleicht, wenn man grammatischen Wechsel annimmt, mit ahd. gizengi Adj., gizango Adv. ‘etw. erreichend, wohin dringend’ (beide 9. Jh.), asächs. bitengi ‘haftend, verbunden, drückend, bedrängend’, aengl. getenge ‘nahe bei, ruhend auf, (be)drückend, lästig’, getang ‘in Verbindung mit’ in Zusammenhang steht. Der (formal mögliche) weitere Anschluß an die bei ↗Zange (s. d.) dargestellte Wortgruppe bleibt fraglich. Die heutige literatursprachliche Form zäh setzt sich im 17. Jh. durch, nur noch landschaftlich gilt umlautloses zach Adj. (mit gekürztem Vokal), besonders in übertragenen Verwendungen wie (md.) ‘knauserig, geizig’ (vgl. schon mhd. zæhe, spätmhd. zāch in diesem Sinne) und (nordd.) ‘schüchtern, übermäßig zurückhaltend, zaghaft’. Zähigkeit f. ‘Widerstandsfähigkeit, Ausdauer, Beharrlichkeit’, auch ‘Festigkeit, Klebrigkeit, Zusammenhalt’ (17. Jh.), in bezug auf konkrete Materialien und Gegenstände jetzt meist Zäheit f. (18. Jh.).
Zitationshilfe
„zach“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/zach>, abgerufen am 25.09.2020.

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