Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

zerren, ...

zerren Vb. ‘(ruckweise) ziehen’. Das schwach flektierende Verb ahd. zerren ‘zerreißen, zerstören, einen Kampf zu Ende bringen’ (9. Jh.), mhd. zerren (md. auch zarren) ‘(zer)reißen, vertreiben, zerspalten, sich zerteilen, sich öffnen, einen Riß machen, miteinander streiten, zanken’, mnd. terren ‘zanken, streiten’, mnl. terren ‘plagen, quälen’ steht (mit intensivierendem rr oder als kausative jan-Ableitung germ. *tarjan) neben dem unter ↗zehren (s. d.) angeführten starken Verb (ahd. zeran ‘reißen’, germ. *teran) und gehört wie dieses zu der dort genannten Wurzel ie. *der(ə)-, *drē- ‘schinden, (ab)spalten’. Zerrbild n. ‘boshafte, verspottende Wiedergabe, Entstellung’, von Campe vorgeschlagene Verdeutschung von Karikatur (1789), gegen den Widerstand Klopstocks und Nicolais eingebürgert (Ende 18. Jh.); gebildet im Hinblick auf verzerren Vb. ‘verunstalten, entstellen’ (um 1700), älter ‘auseinanderzerren, deformieren’, mhd. verzerren ‘zerreißen’; Verzerrung f. ‘Entstellung, Deformierung’ als Vorgang und Ergebnis (2. Hälfte 18. Jh.).
Zitationshilfe
„zerren“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/zerren>, abgerufen am 23.01.2021.

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