evangelisch

GrammatikAdjektiv
Abkürzung ev. · Adjektiv
Aussprache
Worttrennungevan-ge-lisch ● ev. (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›evangelisch‹ als Erstglied: ↗evangelisch-lutherisch · ↗evangelisieren  ·  formal verwandt mit: ↗Evangele
eWDG, 1967

Bedeutung

Religion
1.
protestantisch
Beispiele:
der evangelischen Kirche angehören
das evangelische Glaubensbekenntnis
ein evangelisches Gesangsbuch
(von) evangelischer Konfession sein
2.
christlich
Beispiele:
die evangelische Heilslehre
in evangelischer Armut, Demut leben
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Evangelium · evangelisch · Evangelist
Evangelium n. ‘christliche Heilsbotschaft’, in engerem Sinne ‘die von Christi Wirken berichtenden vier ersten Bücher des Neuen Testaments’, ahd. evangēlio, ewangēlio (9. Jh.), mhd. ēwangēli, ēvangēli, ēwangelje, mnd. ewangelium (Plur. ewangelien), mnl. ewangelie, nl. evangelie ist eine frühe Entlehnung von kirchenlat. euangelium, das auf griech. euangélion (εὐαγγέλιον) ‘gute Botschaft, Lohn für den Überbringer einer guten Nachricht’ beruht. Dieses griech. Substantiv, das seiner Verwendung im Neuen Testament und bei Kirchenschriftstellern den christlichen Inhalt verdankt, sowie das ihm zugrunde liegende griech. euángelos (εὐάγγελος) ‘eine gute Botschaft bringend, Gutes verkündend’ führen zurück auf griech. eu- (εὐ-) ‘gut-, wohl-’ und ángelos (ἄγγελος) ‘Bote, Botschaft’ (s. ↗Engel). Wie ahd. evangēlio, ewangēlio ist got. aíwaggēli n., aíwaggēljō f. ‘Evangelium’ ebenfalls aus dem Kirchenlat. übernommen, doch wird für die Form got. aíwaggēljō auch unmittelbarer Anschluß an das Griech. erwogen; vgl. Kluge in: PBB 35 (1909) 159. In ahd. Texten überlieferte Verdeutschungsversuche, die keine Nachfolge finden, sind ahd. guotkundida (9. Jh.), guot ārunti (11. Jh.), gotspel (9. Jh., nach aengl. gōdspel ‘gute Nachricht’, dessen erstes Glied infolge Kürzung als aengl. god ‘Gott’ aufgefaßt wird; vgl. engl. gospel). Die formale Angleichung des kirchenlat. Wortes an das Dt., wie sie die älteren dt. Sprachstufen zeigen, wird im Frühnhd. durch gelehrten Einfluß wieder rückgängig gemacht. evangelisch Adj. ‘den aus der Reformation hervorgegangenen christlichen Religionsgemeinschaften angehörend, protestantisch’, älter (vereinzelt bis ins 20. Jh.) daneben ‘dem Evangelium entsprechend, das Evangelium betreffend’, ahd. evangēlisc (9. Jh.), spätmhd. ēwangēlisch ‘das Evangelium betreffend, christlich, fromm’, nach kirchenlat. euangelicus, griech. euangelikós (εὐαγγελικός), einer Ableitung von griech. euangélion (s. oben). Auch Luther gebraucht das Adjektiv zunächst, um eine Beziehung zum Evangelium auszudrücken; Evangelium ist für ihn jedoch die ganze Bibel, deren Wortlaut ihm als Grundlage des Glaubens gilt; so wird evangelisch in den 20er Jahren des 16. Jhs. zur konfessionellen Kennzeichnung. Evangelist m. ‘Verfasser eines der vier ersten Bücher des Neuen Testaments’, allgemeiner ‘Verkünder des Evangeliums, Prediger’, ahd. evangelist, ewangelist (11. Jh.), mhd. ēwangeliste, ēvangeliste, nl. evangelist, got. aíwaggēlista, nach kirchenlat. euangelista m., griech. euangelistḗs (εὐαγγελιστής) ‘Verkündiger froher Botschaft, Evangelist’, gebildet zu griech. euangelízesthai (εὐαγγελίζεσθαι) ‘frohe Botschaft, das Evangelium verkündigen’ (von griech. euángelos, s. oben).

Thesaurus

Religion
Synonymgruppe
evangelisch · ↗protestantisch
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Akademie Arbeitskreis Bildungswerk Bischof Bischöfin Christ Dekanat Fachhochschule Freikirche Geistliche Gemeinde Gottesdienst Johannesstift Jugend Kirche Kirchengemeinde Kirchenkreis Kirchenleitung Kirchentag Landesbischof Landeskirche Pastor Pfarrer Pressedienst Religionsunterricht Stadtakademie Studentengemeinde Theologe Theologie katholisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›evangelisch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Darum hat der evangelische Christ Hans Apel auch die Organisation verlassen.
Die Welt, 31.05.2003
Nicht einmal jeder fünfte Deutsche hat noch Vertrauen in die evangelische Kirche.
Der Tagesspiegel, 28.05.2003
Man suchte nach neuen Wegen, das Leben nach den Evangelischen Räten in zeitgemäßer Form zu gestalten.
o. A.: Die Weltkirche im 20. Jahrhundert. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1979], S. 35311
Die evangelischen Stände, besonders die Städte, zeigten sich sehr selbstbewußt.
Iserloh, Erwin u. a.: Reformation, katholische Reform und Gegenreformation. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1967], S. 7098
Von einer einheitlichen Politik kann nun allerdings auch bei den evangelischen Ständen nicht die Rede sein.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1934, S. 198
Zitationshilfe
„evangelisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/evangelisch>, abgerufen am 15.11.2018.

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