evolutionär

Grammatik Adjektiv
Aussprache  [evoluʦi̯oˈnɛːɐ̯]
Worttrennung evo-lu-ti-onär · evo-lu-tio-när
Grundform Evolution
DWDS-Vollartikel

Bedeutungen

1.
Biologie durch die stammesgeschichtliche Entwicklung begründet, auf ihr beruhend
Kollokationen:
als Adjektivattribut: evolutionäre Anpassung; evolutionärer Prozess
Beispiele:
Der aufrechte Gang gilt als der Wendepunkt in der evolutionären Entwicklung des Menschen. Die Wirbelsäule nahm eine andere Gestalt an, die Form des Kopfes veränderte sich, und mit der Entwicklung des Halses konnten sich die Stimmbänder in der heutigen Form herausbilden. [Neue Zürcher Zeitung, 04.12.2015]
Lorenz und Kollegen waren davon ausgegangen, dass sich Verhaltensweisen evolutionär durchsetzen, wenn sie der Erhaltung der Art dienen. [Der Standard, 25.03.2016]
Heute erklären Darwins Nachfolger neben der Vielfalt des biologischen Lebens längst auch soziale Phänomene, die Entwicklung von Gesellschaften und die Psyche des Individuums mit evolutionären Gesetzmäßigkeiten. [Die Zeit, 31.12.2008, Nr. 02]
Die Bären [Pandas] sollen sich in einer Art evolutionären Sackgasse befinden [weil ihr Genpool zu klein ist] – und wären demnach zum Aussterben verurteilt, welche Anstrengungen auch immer die Menschen unternehmen. [Spiegel, 27.08.2007 (online)]
Zwar scheinen Schimpansen und einige Wale auf dem evolutionären Weg zu einer »postgenerativen Lebensspanne« zu sein, aber so bedeutsam wie bei uns Menschen, die immerhin rund die Hälfte ihres Lebens nach der Phase des Kinderkriegen verbringen, sind diese kinderlosen Abschnitte nicht, und eine soziale Großmutterrolle gar scheint diesen Arten gänzlich fremd. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.11.2006]
Evolutionärer Tausch! [Überschrift] […] – Menschen haben im Verlauf der Evolution ihren Geruchssinn gegen besseres Augenlicht eingetauscht. Das hat Evolutionsbiologe Svante Pääbo […] entdeckt. [Bild, 22.01.2004]
2.
allgemeiner von Entwicklungsprozessen   allmählich und stetig voranschreitend
Kollokationen:
in Koordination: evolutionär und revolutionär
als Adverbialbestimmung: etwas evolutionär weiterentwickeln
Beispiele:
Es wird keinen grossen Sprung zum autonomen Auto geben. Die Entwicklung wird evolutionär sein und Schritt für Schritt immer mehr ins Fahrzeug einbringen[…]. [Neue Zürcher Zeitung, 15.03.2016]
Jede effektive Strategie für den Frieden im 21. Jahrhundert muss auf evolutionäre Veränderung ausgerichtet sein. [Die Welt, 26.02.2015]
Dieses Schriftbild ist immer wieder modifiziert worden[…]. Auch die jüngste Veränderung sei eher evolutionär als revolutionär, beteuert das Blatt [»The Times«], freilich nicht ohne auf den »Telegraph« mit seiner großen Umgestaltung zu schielen. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.11.2006]
Pkw‑Design ist ein komplexer Prozess, der sich normalerweise evolutionär und nicht revolutionär entwickelt. [Spiegel, 18.02.2009 (online)]
Die Russen sehnen sich nach evolutionären Veränderungen, die die Gesellschaft gerechter, die Sozialpolitik effektiver und die Regierungsmacht wesentlich bürgernäher machen. [Süddeutsche Zeitung, 22.08.2008]
Wir werden hier evolutionär agieren und nicht den gesamten Konzern auf den Kopf stellen. [Der Tagesspiegel, 19.05.2004]
Anders als bisher verringerten die Designer zwar die absoluten Ausmaße, veränderten die Gesamterscheinung aber nur marginal – was Cadillac als evolutionäre Fortentwicklung definiert. [Süddeutsche Zeitung, 06.06.1998]

letzte Änderung:

Typische Verbindungen zu ›evolutionär‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›evolutionär‹.

Zitationshilfe
„evolutionär“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/evolution%C3%A4r>, abgerufen am 17.04.2021.

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