ewig
GrammatikAdjektiv
Aussprache
Wortbildung mit ›ewig‹ als Erstglied: ↗Ewigweibliche · ↗ewiggestrig
 ·  Ableitung von ›ewig‹: ↗verewigen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
zeitlich unendlich
a)
zeitlos, unvergänglich
Beispiele:
der ewige Lauf der Gestirne
die ewigen Gesetze des Weltalls
das ewige Wunder des Werdens und Vergehens
das ewige Leben, die ewige Seligkeit erlangen Religion
vor dem ewigen Richter stehen Religion
Und ob alles in ewigem Wechsel kreist [SchillerWorte des Glaubens]
das Ewige dichterisch das Unvergängliche, Göttliche
Beispiele:
auf der Suche nach dem Ewigen
der Ewige (= Gott)
Kein Wesen kann zu nichts zerfallen! / Das Ewge regt sich fort in allen [GoetheVermächtnis1,533]
b)
dichterisch unabsehbar lange, ein Leben lang
Beispiele:
sich ewige Treue, Liebe, Freundschaft geloben, schwören
auf ewig, für immer und ewig Dein!
sich für ewig miteinander verbinden (= heiraten)
jmdm. zum ewigen Andenken, Gedenken ein Geschenk überreichen
O daß sie ewig grünen bliebe, / Die schöne Zeit der jungen Liebe [SchillerGlocke]
Drum prüfe, wer sich ewig bindet, / Ob sich das Herz zum Herzen findet [SchillerGlocke]
c)
Beispiele:
der ewige Adam (= die dem Menschen eigenen Schwächen) umgangssprachlich
der ewige Student (= der nie sein Examen ablegende Student) umgangssprachlich
der ewige Schnee (= der nie schmelzende Schnee)
die Arktis liegt im ewigen Eis
in die ewigen Jagdgründe eingehen (= sterben) verhüllend, spöttisch
die Ewige Stadt (= Rom)
das Ewige Licht (= das immer brennende Licht) Religion
die Ewige Lampe in der Kirche Religion
2.
übertrieben unaufhörlich, dauernd
Beispiele:
in einer ewigen Unruhe, Angst leben
es herrschte ein ewiges Kommen und Gehen
dem ewigen Einerlei des Alltags einmal entfliehen
man spürt, wie der Erwachsene dieser ewigen Bevormundung durch die Familie müde wird [St. ZweigBalzac60]
umgangssprachlich, abwertend
Beispiele:
diese ewige Klingelei, Lauferei, Warterei!
das kommt von deinem ewigen Gehopse!
lass doch endlich dieses ewige Geschimpfe, Gejammere!
ewig dieser Ärger mit dem Nachbarn!
das kann doch nicht ewig so weitergehen!
adverbiell
umgangssprachlich sehr lange
Beispiele:
ich habe ihn ewig nicht gesehen
das dauert ja wieder mal ewig bei dir!
ich warte hier schon ewig auf dich!
ewig und drei Tage (= unerträglich lange) salopp
Und du strickst ewig an deinem Tuch [KasackStadt148]
umgangssprachlich sehr
Beispiele:
sie hatte ewig lange nichts von ihm gehört
darum, um die zerbrochene Vase ist es ewig schade
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ewig · Ewigkeit · ewiglich
ewig Adj. ‘kein Ende habend, endlos dauernd, unvergänglich’, ahd. ēwīg (8. Jh.), mhd. ēwic, asächs. ēwig, mnd. mnl. ēwich, nl. eeuwig, afries. ewch, ewig, iowich. Das nur im Kontinentalwestgerm. nachzuweisende Adj. ist abgeleitet von einem Subst. germ. *aiwi-, das in ahd. (9. Jh.), asächs. anfrk. ēwa, mhd. mnd. mnl. ēwe ‘Ewigkeit’, heute nur noch in nl. eeuw ‘Jahrhundert, Zeitalter’ erhalten und vielleicht mit dem unter ↗Ehe (s. d.) dargestellten Wort sowie mit aengl. ǣ ‘Leben’ identisch ist. Es läßt sich ebenso wie das Adverb ahd. io, eo, mhd. ie ‘immer’ (s. ↗je), wie got. aiws ‘Zeit, Ewigkeit’, anord. ǣvi ‘Ewigkeit, Lebenszeit’ und die außergerm. Entsprechungen lat. aevum, griech. aiṓn (αἰών) ‘Zeit, Lebenszeit, Ewigkeit’, aind. ā́yuḥ ‘Lebenskraft’ an die Wurzel ie. *aiu̯-, *ai̯u- ‘Lebenskraft’ anschließen. Im Dt. wird ewig schon bei Notker, häufiger jedoch erst vom 18. Jh. an auch außerhalb des christlichen Bereichs verwendet. Ewigkeit f. ‘unendliche Dauer, Unvergänglichkeit’, im christlichen Sprachgebrauch auch ‘ewiges Leben nach dem Tode’, ahd. ēwī̌gheit (um 1000, jüngere Bildung neben ahd. ēwa, s. oben), mhd. ēwic-, ēwecheit, frühnhd. ewigheit, ewikeit, ewigkeit, nl. eeuwigheid. ewiglich Adv. ‘ewig, in Ewigkeit’, im jüngeren Nhd. nur noch bei bewußter Anlehnung an die Sprache der Bibel üblich, ahd. ēwī̌glīhho, ēwī̌glīhhūn (um 1000), mhd. ēwic-, ēweclīche, frühnhd. ewiglich(en); daneben auch mhd. ēwic-, ēweclich, frühnhd. ewiglich (bis ins 18. Jh.) mit adjektivischer Funktion.

Thesaurus

Synonymgruppe
immerwährend · ↗langlebig · ↗unauslöschlich · ↗unausrottbar · ↗unsterblich · ↗unvergänglich · ↗zählebig  ●  Totgesagte leben länger.  sprichwörtlich · (sich) lange halten  ugs. · nicht kaputtzukriegen  ugs., fig. · nicht totzukriegen  ugs., fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
andauernd · ↗dauernd · ↗immerfort · ↗pausenlos · ↗permanent · ↗ständig
Assoziationen
Synonymgruppe
dauerhaft · für immer · ↗immer während · ↗perpetuell · perpetuierlich · ↗unaufhörlich · ↗unendlich  ●  ↗ewiglich  veraltet · auf ewig  geh. · in Ewigkeit  geh. · in alle Ewigkeit  geh.
Assoziationen
  • kein Ende abzusehen · kein Ende in Sicht  ●  (eine) unendliche Geschichte  ugs. · kein Land in Sicht  ugs., fig.
Synonymgruppe
andauernd · ↗endlos · immer wieder einmal · immer wieder mal · immer wiederkehrend · in regelmäßigen Abständen · ↗laufend · ↗turnusmäßig · wieder und wieder · ↗wiederholt · wiederholte Male · zum wiederholten Male  ●  Und täglich grüßt das Murmeltier  Spruch · immer wieder  Hauptform · aber und abermals  geh., veraltet · ↗dauernd  ugs. · ein(s) ums andere Mal  ugs. · immer und ewig  ugs. · ↗ständig  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(...) vom Dienst · Berufs... · aus Überzeugung · ↗ausgemacht · ↗eingefleischt · ↗hartgesotten · ↗hoffnungslos · ↗unverbesserlich · ↗überzeugt  ●  (ein) Die-Hard  fig., engl.
Assoziationen
Synonymgruppe
(schon) seit Jahren · (schon) seit Jahrzehnten · (schon) seit Monaten · (schon) seit Wochen · (schon) seit langen Jahren · bereits lange · eine Zeitlang · ewig lange · geraume Zeit · lange Jahre · lange Zeit · lange schon · längere Zeit · ↗längst · schon lange · schon längst · seit Ewigkeiten · seit Langem · seit Längerem · seit einer ganzen Weile · seit einiger Zeit · seit ewigen Jahren · seit geraumer Zeit · seit längerer Zeit · seit vielen Jahren  ●  ↗lange  Hauptform · seit einer Ewigkeit  fig. · (eine) ziemliche Zeit  ugs. · (eine) ziemliche Zeitlang  ugs. · (schon) eine Weile  ugs. · eine ganze Weile  ugs. · ewig und drei Tage  ugs. · schon eine (halbe) Ewigkeit  ugs. · schon eine ganze Zeit  ugs. · seit ewigen Zeiten  ugs.
Assoziationen
  • schon immer · seit Adam und Eva · seit Adams Zeiten · seit Anbeginn · seit Jahr und Tag · seit Menschengedenken · seit Urzeiten · seit alters · seit den frühesten Anfängen · seit eh und je · seit ewigen Zeiten · seit je · seit jeher · so lange (wie) jemand zurückdenken kann · von Anfang an · von den frühesten Anfängen an · von jeher  ●  so lange (wie) man denken kann  ugs. · von alters her  geh.
  • seit Kindestagen · seit seiner (ihrer) frühesten Jugend · seit seiner (ihrer) frühesten Kinderzeit · seit seiner (ihrer) frühesten Kindheit · von Kind auf · von Kindesbeinen an · von Kindestagen an · von Kindheit an · von der Wiege an  ●  schon als ganz junges Mädchen  weibl. · schon als ganz kleiner Junge  männl. · von klein auf  Hauptform
  • (all) sein Lebtag · in seinem ganzen Leben · sein ganzes Leben (lang) · solange er gelebt hat · solange er lebt
  • (schon) lange · ↗bereits · ↗längst · ↗schon
  • seit längerer Zeit geplant · von langer Hand geplant · von langer Hand vorbereitet
  • beständig · die ganze Zeit · die ganze Zeit über · ↗durchgehend · ↗durchgängig · ↗fortgesetzt · ↗fortlaufend · ↗immerfort · ↗immerzu · in einem durch · in einem fort · ohne Unterbrechung · ↗pausenlos · ↗permanent · ↗unablässig · unterbrechungsfrei · ↗ununterbrochen · ↗unverwandt  ●  die ganze Zeit hindurch  Hauptform · ↗andauernd  ugs. · ↗dauernd  ugs. · ↗ständig  ugs.
  • allzeit · ↗fortwährend · immer nur · immer und ewig · ↗immerdar · ↗immerwährend · in Zeit und Ewigkeit · ↗konstant · ↗kontinuierlich · ↗persistent · ↗stetig · ↗stets · stets und ständig · ↗ständig  ●  ↗alleweil  süddt. · ↗allweil  süddt. · ↗immer  Hauptform · ↗perpetuell  geh. · perpetuierlich  geh.
  • (sich) (endlos) in die Länge ziehen · endlos dauern · jeden zeitlichen Rahmen sprengen · unerwünscht viel Zeit in Anspruch nehmen  ●  (sich) endlos hinziehen  ugs. · ↗(sich) hinschleppen  ugs. · ↗(sich) hinziehen  ugs. · ↗(sich) ziehen  ugs. · (sich) ziehen und ziehen  ugs. · (sich) ziehen wie (ein) Kaugummi  ugs. · ↗dauern (gesprochene Sprache, mit langgezogenem 'au')  ugs. · dauern und dauern  ugs. · kein Ende nehmen  ugs. · später und später werden (und)  ugs.
Synonymgruppe
endlos · endlos lange · ewig lange · ↗lange · lange Zeit · sehr lange · ziemlich lange  ●  eine halbe Ewigkeit  fig. · eine gefühlte Ewigkeit  ugs. · nicht in endlicher Zeit  fachspr.
Assoziationen
  • (sehr) lange warten  ●  Wurzeln schlagen  fig. · (sich) die Beine in den Bauch stehen  ugs., fig.
  • (sich) (endlos) in die Länge ziehen · endlos dauern · jeden zeitlichen Rahmen sprengen · unerwünscht viel Zeit in Anspruch nehmen  ●  (sich) endlos hinziehen  ugs. · ↗(sich) hinschleppen  ugs. · ↗(sich) hinziehen  ugs. · ↗(sich) ziehen  ugs. · (sich) ziehen und ziehen  ugs. · (sich) ziehen wie (ein) Kaugummi  ugs. · ↗dauern (gesprochene Sprache, mit langgezogenem 'au')  ugs. · dauern und dauern  ugs. · kein Ende nehmen  ugs. · später und später werden (und)  ugs.
  • mehrere Tage hindurch · ↗tagelang · über Tage (starke Betonung auf 'Tage') · über mehrere Tage · über mehrere Tage hinweg
  • (mehrere) Jahre hindurch · Jahre über Jahre · ↗jahrelang · ↗langjährig · ↗mehrjährig · über Jahre (Betonung auf 'Jahre') · über Jahre hinweg · über mehrere Jahre · über viele Jahre (hinweg)
  • mehrere Wochen hindurch · ↗wochenlang · über (mehrere) Wochen · über Wochen
  • Monate hindurch · mehrere Monate (hindurch) · ↗monatelang · über Monate (hinweg) · über mehrere Monate
  • jahrzehntelang · mehrere Jahrzehnte · mehrere Jahrzehnte hindurch · mehrere Jahrzehnte lang · über Jahrzehnte · über mehrere Jahrzehnte
  • Nacht für Nacht · mehrere Nächte hindurch · ↗nächtelang · über mehrere Nächte
  • Stunden hindurch · einige Stunden · mehrere Stunden · ↗stundenlang · viele Stunden lang · über Stunden
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Eis Flamme Frieden Frühling Heil Hin und Her Jagdgründe Jude Jugend Kalender Kreislauf Leben Liebe Nörgler Rangliste Rivalen Ruhe Ruhm Seligkeit Talent Treue Verdammnis Verlierer Wahrheiten Wiederholung Wiederkehr Wiederkunft dauern gleichen währt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ewig‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wo potenziell alles peinlich ist, bleibt nichts als der ewige ironische Reflex.
Die Zeit, 24.10.2011, Nr. 43
Da setzte ein ewiger Kampf der Mutter um das »Recht« ihres Kindes ein.
Schmidt-Rogge, Carl H.: Dein Kind ` Dein Partner, München: List 1973 [1969], S. 403
Ich glaube zutiefst an den ewigen Charakter der nationalen Verteidigung.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1961]
Indem es sich in seiner Form beschränkt, macht es sich in zufälliger Gestalt vergänglich, in vergehender Gestalt aber ewig durch Kritik.
Benjamin, Walter: Der Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik. In: Tiedemann, Rolf u. Schweppenhäuser, Hermann (Hgg.) Gesammelte Schriften, Bd. 1,1, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1980 [1920], S. 107
Diese selbst ist unwandelbar, von unserem Denken unabhängig, zeitlos, ewig.
Eisler, Rudolf: Philosophen-Lexikon. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1912], S. 11074
Zitationshilfe
„ewig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ewig>, abgerufen am 17.10.2017.

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