ewig

Grammatik Adjektiv
Aussprache  [ˈeːvɪç]
Wortbildung  mit ›ewig‹ als Erstglied: Ewigweibliche · ewiggestrig · ewiglich
 ·  mit ›ewig‹ als Grundform: verewigen

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. zeitlich unendlich
    1. a) zeitlos, unvergänglich
    2. b) [dichterisch] unabsehbar lange, ein Leben lang
    3. c) ...
  2. 2. [übertrieben] unaufhörlich, dauernd
    1. [umgangssprachlich, abwertend] ...
    2. [umgangssprachlich] sehr lange
    3. [umgangssprachlich] sehr
eWDG

Bedeutungen

1.
zeitlich unendlich
a)
zeitlos, unvergänglich
Beispiele:
der ewige Lauf der Gestirne
die ewigen Gesetze des Weltalls
das ewige Wunder des Werdens und Vergehens
Religiondas ewige Leben, die ewige Seligkeit erlangen
Religionvor dem ewigen Richter stehen
Und ob alles in ewigem Wechsel kreist [ SchillerWorte des Glaubens]
dichterisch das Ewigedas Unvergängliche, Göttliche
Beispiele:
auf der Suche nach dem Ewigen
der Ewige (= Gott)
Kein Wesen kann zu nichts zerfallen! / Das Ewge regt sich fort in allen [ GoetheVermächtnis1,533]
b)
dichterisch unabsehbar lange, ein Leben lang
Beispiele:
sich ewige Treue, Liebe, Freundschaft geloben, schwören
auf ewig, für immer und ewig Dein!
sich für ewig miteinander verbinden (= heiraten)
jmdm. zum ewigen Andenken, Gedenken ein Geschenk überreichen
O daß sie ewig grünen bliebe, / Die schöne Zeit der jungen Liebe [ SchillerGlocke]
Drum prüfe, wer sich ewig bindet, / Ob sich das Herz zum Herzen findet [ SchillerGlocke]
c)
Beispiele:
umgangssprachlichder ewige Adam (= die dem Menschen eigenen Schwächen)
umgangssprachlichder ewige Student (= der nie sein Examen ablegende Student)
der ewige Schnee (= der nie schmelzende Schnee)
die Arktis liegt im ewigen Eis
verhüllend, spöttischin die ewigen Jagdgründe eingehen (= sterben)
die Ewige Stadt (= Rom)
Religiondas Ewige Licht (= das immer brennende Licht)
Religiondie Ewige Lampe in der Kirche
2.
übertrieben unaufhörlich, dauernd
Beispiele:
in einer ewigen Unruhe, Angst leben
es herrschte ein ewiges Kommen und Gehen
dem ewigen Einerlei des Alltags einmal entfliehen
man spürt, wie der Erwachsene dieser ewigen Bevormundung durch die Familie müde wird [ St. ZweigBalzac60]
umgangssprachlich, abwertend
Beispiele:
diese ewige Klingelei, Lauferei, Warterei!
das kommt von deinem ewigen Gehopse!
lass doch endlich dieses ewige Geschimpfe, Gejammere!
ewig dieser Ärger mit dem Nachbarn!
das kann doch nicht ewig so weitergehen!
umgangssprachlich sehr lange
Grammatik: adverbiell
Beispiele:
ich habe ihn ewig nicht gesehen
das dauert ja wieder mal ewig bei dir!
ich warte hier schon ewig auf dich!
übertrieben, scherzhaft ewig und drei Tage (= unerträglich lange)
Und du strickst ewig an deinem Tuch [ KasackStadt148]
umgangssprachlich sehr
Beispiele:
sie hatte ewig lange nichts von ihm gehört
darum, um die zerbrochene Vase ist es ewig schade
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ewig · Ewigkeit · ewiglich
ewig Adj. ‘kein Ende habend, endlos dauernd, unvergänglich’, ahd. ēwīg (8. Jh.), mhd. ēwic, asächs. ēwig, mnd. mnl. ēwich, nl. eeuwig, afries. ewch, ewig, iowich. Das nur im Kontinentalwestgerm. nachzuweisende Adj. ist abgeleitet von einem Subst. germ. *aiwi-, das in ahd. (9. Jh.), asächs. anfrk. ēwa, mhd. mnd. mnl. ēwe ‘Ewigkeit’, heute nur noch in nl. eeuw ‘Jahrhundert, Zeitalter’ erhalten und vielleicht mit dem unter Ehe (s. d.) dargestellten Wort sowie mit aengl. ǣ ‘Leben’ identisch ist. Es läßt sich ebenso wie das Adverb ahd. io, eo, mhd. ie ‘immer’ (s. je), wie got. aiws ‘Zeit, Ewigkeit’, anord. ǣvi ‘Ewigkeit, Lebenszeit’ und die außergerm. Entsprechungen lat. aevum, griech. aiṓn (αἰών) ‘Zeit, Lebenszeit, Ewigkeit’, aind. ā́yuḥ ‘Lebenskraft’ an die Wurzel ie. *aiu̯-, *ai̯u- ‘Lebenskraft’ anschließen. Im Dt. wird ewig schon bei Notker, häufiger jedoch erst vom 18. Jh. an auch außerhalb des christlichen Bereichs verwendet. Ewigkeit f. ‘unendliche Dauer, Unvergänglichkeit’, im christlichen Sprachgebrauch auch ‘ewiges Leben nach dem Tode’, ahd. ēwī̌gheit (um 1000, jüngere Bildung neben ahd. ēwa, s. oben), mhd. ēwic-, ēwecheit, frühnhd. ewigheit, ewikeit, ewigkeit, nl. eeuwigheid. ewiglich Adv. ‘ewig, in Ewigkeit’, im jüngeren Nhd. nur noch bei bewußter Anlehnung an die Sprache der Bibel üblich, ahd. ēwī̌glīhho, ēwī̌glīhhūn (um 1000), mhd. ēwic-, ēweclīche, frühnhd. ewiglich(en); daneben auch mhd. ēwic-, ēweclich, frühnhd. ewiglich (bis ins 18. Jh.) mit adjektivischer Funktion.

Thesaurus

Synonymgruppe
Dauer... · Endlos... · dauernd · immerfort · pausenlos · permanent · ständig  ●  andauernd  ugs. · ewig  ugs., übertreibend
Oberbegriffe
  • in einer bestimmten Häufigkeit · in einer bestimmten Regelmäßigkeit · mehr oder weniger oft · mehr oder weniger regelmäßig · mit einer bestimmten Auftretenswahrscheinlichkeit · mit einer bestimmten Häufigkeit  ●  so oft  Hauptform
Assoziationen
  • alle naselang · alle nasenlang · alle paar Augenblicke · alle paar Sekunden · in kurzen Abständen immer wieder · laufend  ●  alle paar Minuten (mal)  variabel
  • andauernd · endlos · immer wieder einmal · immer wieder mal · immer wiederkehrend · in regelmäßigen Abständen · wieder und wieder · wiederholt · wiederholte Male · zum wiederholten Male  ●  Und täglich grüßt das Murmeltier.  Spruch · immer wieder  Hauptform · (es ist) immer wieder das Gleiche  ugs. · aber und abermals  geh., veraltet · am laufenden Meter  ugs. · dauernd  ugs. · ein(s) ums andere Mal  ugs. · ewig  ugs. · immer und ewig  ugs. · immer wieder das gleiche Spiel  ugs.
  • beharrlich · dauernd · laufend · nonstop · ohne Unterbrechung · ohne Unterlass · ohne abzusetzen · pausenlos · ständig · unablässig · unaufhörlich · unausgesetzt · unentwegt  ●  ununterbrochen  Hauptform · am laufenden Band  ugs. · in einer Tour  ugs.
Synonymgruppe
dauerhaft · ewig · für immer · immerwährend · unauslöschbar · unauslöschlich  ●  ewiglich  dichterisch · perpetuell  selten · perpetuierlich  selten · auf ewig  geh. · bis du schwarz wirst  ugs., fig. · in Ewigkeit  geh. · in alle Ewigkeit  geh. · nur noch  ugs.
Assoziationen
  • kein Ende abzusehen · kein Ende in Sicht  ●  Dauerbaustelle  fig. · (eine) unendliche Geschichte  ugs., fig. · kein Land in Sicht  ugs., fig.
Synonymgruppe
andauernd · endlos · immer wieder einmal · immer wieder mal · immer wiederkehrend · in regelmäßigen Abständen · wieder und wieder · wiederholt · wiederholte Male · zum wiederholten Male  ●  Und täglich grüßt das Murmeltier.  Spruch · immer wieder  Hauptform · (es ist) immer wieder das Gleiche  ugs. · aber und abermals  geh., veraltet · am laufenden Meter  ugs. · dauernd  ugs. · ein(s) ums andere Mal  ugs. · ewig  ugs. · immer und ewig  ugs. · immer wieder das gleiche Spiel  ugs.
Oberbegriffe
  • in einer bestimmten Häufigkeit · in einer bestimmten Regelmäßigkeit · mehr oder weniger oft · mehr oder weniger regelmäßig · mit einer bestimmten Auftretenswahrscheinlichkeit · mit einer bestimmten Häufigkeit  ●  so oft  Hauptform
Assoziationen
Synonymgruppe
(...) vom Dienst · Berufs... · aus Überzeugung · ausgemacht · eingefleischt · ewig · hartgesotten · hoffnungslos · unverbesserlich · überzeugt  ●  (ein) Die-Hard  fig., engl.
Assoziationen
Synonymgruppe
(schon) seit Jahren · (schon) seit Jahrzehnten · (schon) seit Monaten · (schon) seit Wochen · (schon) seit langen Jahren · bereits lange · eine Zeitlang · ewig lange · geraume Zeit · lange Jahre · lange Zeit · längere Zeit · längst · schon lange · schon längst · seit Ewigkeiten · seit Langem · seit Längerem · seit einer ganzen Weile · seit einiger Zeit · seit ewigen Jahren · seit geraumer Zeit · seit längerer Zeit · seit vielen Jahren  ●  lange  Hauptform · seit einer Ewigkeit  fig. · (eine) ziemliche Zeit  ugs. · (eine) ziemliche Zeitlang  ugs. · (schon) eine Weile  ugs. · (seit) ewig und drei Tage(n)  ugs. · eine ganze Weile  ugs. · ewig  ugs., fig. · lange schon  geh. · schon eine (halbe) Ewigkeit  ugs. · schon eine ganze Zeit  ugs. · seit ewigen Zeiten  ugs.
Assoziationen
  • schon immer · seit Adam und Eva · seit Adams Zeiten · seit Anbeginn · seit Jahr und Tag · seit Menschengedenken · seit Urzeiten · seit alters · seit den frühesten Anfängen · seit eh und je · seit ewigen Zeiten · seit je · seit jeher · so lange (wie) jemand zurückdenken kann · von Anfang an · von den frühesten Anfängen an · von jeher  ●  so lange (wie) man denken kann  ugs. · von alters her  geh.
  • schon als ganz kleines Kind · seit Kindertagen · seit Kindestagen · seit seiner (ihrer) frühesten Jugend · seit seiner (ihrer) frühesten Kinderzeit · seit seiner (ihrer) frühesten Kindheit · von Kind auf · von Kindesbeinen an · von Kindestagen an · von Kindheit an · von der Wiege an · von frühester Jugend an · von frühester Kindheit an · von klein an  ●  schon als ganz junges Mädchen  weibl. · schon als ganz kleiner Junge  männl. · von klein auf  Hauptform
  • (all) sein Lebtag · in seinem ganzen Leben · sein ganzes Leben (lang) · solange er gelebt hat · solange er lebt
Synonymgruppe
endlos · endlos lange · ewig · ewig lange · lange · lange Zeit · sehr lange · ziemlich lange  ●  eine halbe Ewigkeit  fig. · eine gefühlte Ewigkeit  ugs. · nicht in endlicher Zeit  fachspr.
Assoziationen
  • (sehr) lange warten  ●  Wurzeln schlagen  fig. · (sich) die Beine in den Bauch stehen  ugs., fig. · kein Moos ansetzen wollen  ugs., fig., scherzhaft

Typische Verbindungen zu ›ewig‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ewig‹.

Verwendungsbeispiele für ›ewig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wo potenziell alles peinlich ist, bleibt nichts als der ewige ironische Reflex. [Die Zeit, 24.10.2011, Nr. 43]
Da setzte ein ewiger Kampf der Mutter um das »Recht« ihres Kindes ein. [Schmidt-Rogge, Carl H.: Dein Kind ? Dein Partner, München: List 1973 [1969], S. 403]
Der Sinn, den man ersinnen kann, ist nicht der ewige Sinn. [Kreuder, Ernst: Die Gesellschaft vom Dachboden, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1978 [1946], S. 183]
Ein schlafloser Toter weht durch die Welt – Gott gebe ihm ewige Ruhe! [Tucholsky, Kurt: Der schlaflose Tote. In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1925]]
Die Nacht gebar einen jeden als Wesen göttlicher Art, ewigen Lebens voll. [Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 1430]
Zitationshilfe
„ewig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ewig>.

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