exilieren

GrammatikVerb
Worttrennungexi-lie-ren (computergeneriert)
WortzerlegungExil-ieren
Wortbildung mit ›exilieren‹ als Erstglied: ↗Exilierung  ·  mit ›exilieren‹ als Grundform: ↗exiliert
Duden GWDS, 1999

Bedeutung

bildungssprachlich ins Exil schicken, verbannen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Exil · exilieren
Exil n. ‘Verbannungs-, Zufluchtsort’, ahd. īhsilī f., entlehnt im 9. Jh., danach nhd. Exil n., neu entlehnt im 16. Jh. Beide aus lat. exilium n. ‘Aufenthalt in der Fremde, Verbannung’, abgeleitet von lat. exul ‘der Vertriebene, Verbannte, Ausgewanderte’, einem Präfixkompositum mit ↗ex- (s. d.), dessen zweites Element al- auch in griech. alā́sthai (ἀλᾶσθαι) ‘umherirren, unstet und flüchtig umherziehen, verbannt sein’ vorliegt. Vom Substantiv abgeleitet exilieren Vb. ‘verbannen, vertreiben’ (18. Jh.).

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vor zwei Jahren ist er als Schriftsteller nach Berlin exiliert.
Der Tagesspiegel, 01.10.2004
Exiliert nicht nur von der Bühne, sondern von seiner eigenen Person.
Süddeutsche Zeitung, 08.09.2001
Mein Geist fühlt sich in Frankreich exiliert, in eine fremde Sprache verbannt.
Die Zeit, 26.03.1982, Nr. 13
Wegen »kommunistischer Aktivitäten, die laut Artikel 8 der Verfassung verboten sind«, werden sie exiliert.
konkret, 1984
Damals war ich tief bedrückt, weil ich mich exiliert fühlte und das Abitur fürchtete.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1933. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1933], S. 66
Zitationshilfe
„exilieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/exilieren>, abgerufen am 26.04.2019.

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