eximieren

Grammatik Verb · eximiert, eximierte, hat eximiert
Aussprache [ɛksiˈmiːʀən]
Worttrennung exi-mie-ren
Herkunft aus eximerelat ‘(her)ausnehmen’, zu ex‑lat ‘heraus-’ + emerelat ‘nehmen’
DWDS-Vollartikel

Bedeutung

Rechtssprache von einer Verbindlichkeit befreien, von einer allgemeingültigen Regel, Vorschrift o. Ä. ausnehmen
Beispiele:
1705 regelt der Rat die Weichbildgerichtsbarkeit, nennt aber auch, was davon eximiert (ausgeschlossen, befreit) sei, so z. B. u. a. das Rathaus, die Tore, die Topfkammer, Badestuben, die Superintendentur und »alles, was vor dem Thore ist«. [Leipziger Volkszeitung, 14.09.1998]
Als dann das Papsttum um 1000 anfing, einzelne bevorzugte Klöster aus der kirchlichen Jurisdiktionsgewalt des Diözesanbischofs zu eximieren, da verwuchsen primatialer Anspruch Roms und klösterliches Exemtionsstreben zu einer wahren Interessengemeinschaft. [Jedin, Hubert (Hg.): Handbuch der Kirchengeschichte. Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1966], S. 4285]
Tradition und Herrenbann liegen überall in unschlichtbarem Grenzstreit. Auch wo schon längst typische politische Amtsgewalten mit festen Amtssprengeln bestehen – wie z. B. für den englischen Sheriff der Normannenzeit – suspendiert, eximiert, korrigiert der Herr im Prinzip nach freier Willkür. Die gesamte Stellung des patrimonialen Beamten ist also, im Gegensatz zur Bürokratie, Ausfluß seines rein persönlichen Unterwerfungsverhältnisses unter den Herrn […]. [Weber, Max: Wirtschaft und Gesellschaft. In: Weber, Marianne (Hg.): Grundriß der Sozialökonomik. Tübingen: Mohr 1922 [1909–1914, 1918–1920], S. 696]

letzte Änderung:

Zitationshilfe
„eximieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/eximieren>, abgerufen am 14.04.2021.

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