explosiv

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungex-plo-siv (computergeneriert)
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›explosiv‹ als Erstglied: ↗Explosivgeschoss · ↗Explosivgewalt · ↗Explosivlaut · ↗Explosivmaterial · ↗Explosivstoff
 ·  mit ›explosiv‹ als Letztglied: ↗hochexplosiv
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
a)
leicht explodierend
b)
zu plötzlichen Gefühls-, bes. Zornes-, Wutausbrüchen neigend
2.
a)
explosionsartig
b)
sehr temperamentvoll, heftig
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

explodieren · Explosion · explosiv · Implosion · implodieren
explodieren Vb. ‘bersten, zerplatzen’, entlehnt (16. Jh.) aus lat. explōdere (explaudere) ‘klatschend hinaustreiben, durch Klatschen das Mißfallen ausdrücken’, zu lat. plaudere (plōdere) ‘klatschen’ und ↗ex- (s. d. sowie das gegensätzliche ↗applaudieren). Zunächst ist explodieren bezeugt in der dem Lat. entsprechenden Bedeutung ‘verwerfen, zurückweisen’; im 19. Jh. erfolgt erneute Entlehnung, wahrscheinlich aus dem ebenfalls auf lat. explōdere zurückgehenden (seit dem 17. Jh. bezeugten) engl. to explode, im Sinne von ‘(zer)platzen’, wohl befördert durch das früher belegte Substantiv Explosion f. ‘das Zerplatzen, Zerbersten’ (18. Jh.), vgl. auch hier engl. explosion (17. Jh.), aus lat. explōsio (Genitiv explōsiōnis) ‘das Ausklatschen’, hier verstanden als ‘das geräuschvolle Hinaus-, Auseinandertreiben’. explosiv Adj. (18. Jh.). Dazu als gelehrte fachsprachliche Bildung das Antonym Implosion f. ‘schlagartige Zerstörung eines Hohlkörpers mit vermindertem Innendruck durch Druck von außen’, mit der verbalen Ableitung implodieren (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
brisant · ↗konfliktgeladen · ↗konfliktträchtig  ●  explosiv  fig. · ↗hochexplosiv  ugs., fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Antritt Bevölkerungswachstum Chemikalie Cocktail Entladung Eruption Fliegerbombe Flüssigkeit Fracht Gas Gasgemisch Gebräu Gemengelage Gemisch Ladung Mischung Mixtur Narzißmus Pulverfaß Stimmung Stoff Temperament Vulkanausbruch Wasserstoff Zündstoff brennbar geradezu giftig hochgiftig ätzend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›explosiv‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die aktuelle Lage am Golf sei sehr explosiv; er habe mit seiner Initiative die Absicht verfolgt, eine Explosion zu verhindern.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1990]
Aber heute sind die Dinge viel zu feuergefährlich, viel zu explosiv.
Die Zeit, 07.09.1962, Nr. 36
Abgesehen von diesem Sonderfall gilt jedoch fast allgemein das Gesetz des explosiven Übergangs von einer Qualität in eine andere.
Fetscher, I.: Materialismus. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 11392
Also sucht sich das Selbst nicht nur zu erhalten, es wird explosiv; Selbsterhaltung wird Selbsterweiterung.
Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung Bd. 1, Berlin: Aufbau-Verl. 1954, S. 81
Dies Verfahren wird wegen der explosiven Eigenschaften des Vinylazetylens praktisch nicht durchgeführt.
Langenbeck, Wolfgang: Lehrbuch der Organischen Chemie, Dresden: Steinkopff 1938, S. 338
Zitationshilfe
„explosiv“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/explosiv>, abgerufen am 18.10.2019.

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