fächeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungfä-cheln (computergeneriert)
Wortbildung mit ›fächeln‹ als Letztglied: ↗umfächeln · ↗wegfächeln · ↗zufächeln
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
dichterisch etw. fächeltetw. weht sanft
Beispiele:
ein kühler Luftzug, ein Lüftchen, eine Brise fächelt
die Blätter fächeln im Wind (= bewegen sich sanft im Wind)
Ein sanft fächelnder, kühler Wind strich über die anmutigen Höhen [O. M. GrafUnruhe9]
etw. fächelt jmdn., etw.etw. weht jmdn., etw. sanft (kühlend) an
Beispiele:
die Luft, der Wind, ein Hauch fächelte mich
kühle Luft fächelte mir angenehm die Stirn, Schläfe, das Haar
der Sommerwind fächelt die Blätter der Linde (= weht die Blätter sanft an und bewegt sie leicht)
der warme Wind fächelt mein Gesicht [StrittmatterTinko334]
2.
Beispiele:
die Bienen fächeln mit den Flügeln (= bewegen ihre Flügel)
da saß ... mein kunterbunter Schmetterling, auf einem violetten Distelkopfe, und fächelte [BuschSumma summarum105]
3.
sich fächelnsich durch leichtes Hin- und Herbewegen der Hand kühlende Luft zuführen
Beispiele:
die Damen fächeln sich
sie fächelte sich mit einem schwarzen Fächer
Er war angeheitert, fächelte sich mit dem Taschentuch [J. RothRadetzkymarsch352]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fachen · anfachen · entfachen · fächeln · Fächer · fächern2
fachen Vb. ‘(ein Feuer) anzünden, anblasen, zum Brennen bringen’, frühnhd. fochen (15. Jh.), mnd. vāken scheint entlehnt zu sein aus mlat. focare ‘anbrennen, anzünden, durch Feuer verwüsten’ (zu lat. focus ‘Feuerstätte des Herdes’). Der Stammsilbenvokal geht schon früh (s. unten anfachen), endgültig im 18. Jh. in a über, vielleicht unter nd. md. Einfluß sowie in Anlehnung an die oft lautähnlichen Formen von ↗anfangen (s. d.). Heute vor allem in den Präfixverben anfachen Vb. (15. Jh.) und entfachen Vb. ‘schüren, entflammen, entzünden’ (19. Jh.) gebräuchlich. fächeln Vb. ‘(kühle) Luft heranblasen, zuwehen’ (vereinzelt 16. Jh.), wohl iterativ zu fachen gebildet und später beeinflußt von Fächer m. ‘Wedel, durch dessen Bewegung ein Luftstrom erzeugt wird’, frühnhd. focker, focher, föcher ‘Blasebalg, Wedel zum Inganghalten des Feuers’ (15. Jh.), abgeleitet von fachen (s. oben), wenn nicht entlehnt aus lat. focārius ‘wer sich um das Herdfeuer bemüht’. Seit dem 17. Jh. übliches Fächer wird gleichzeitig Bezeichnung für den aus Frankreich übernommenen faltbaren Wedel, mit dem man sich zur Kühlung Luft zuwedelt. Dazu fächern2 Vb. ‘sich kühlende Luft zuwehen’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
dahinsäuseln · fächeln · leicht wehen · sanft wehen · ↗streichen · ↗streifen · ↗säuseln  ●  ↗streicheln  fig.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Brise Duft Flügel Kühlung Luft Nase Ventilator Wind weg zu zufächeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›fächeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit der Hand fächelten wir den Rauch vor den Anzeigen weg.
Bild, 12.09.1998
Sie blickt kurz auf das Bild und fächelt dann weiter.
Schulze, Ingo: Simple Storys, Berlin: Berlin-Verl. 1998, S. 170
Wir Damen sind aufgefordert, mit den gratis ausgeteilten Fächern fleißig zu fächeln, das Applaudieren dabei aber nicht zu vernachlässigen.
Der Tagesspiegel, 07.08.2003
Er fächelte sich die Luft über dem Schnapsglas zur Nase.
Jentzsch, Kerstin: Seit die Götter ratlos sind, München: Heyne 1999 [1994], S. 226
Dann sitzen sie auf dem Nest und fächeln eifrig mit den Flügeln als lebende Ventilatoren.
Frisch, Karl von: Du und das Leben, Berlin: Verlag d. Druckhauses Tempelhof 1947 [1947], S. 102
Zitationshilfe
„fächeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/fächeln>, abgerufen am 19.03.2019.

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