fächern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungfä-chern
Wortbildung mit ›fächern‹ als Erstglied: ↗Fächerung  ·  mit ›fächern‹ als Letztglied: ↗auffächern · ↗ausfächern · ↗einfächern
 ·  mit ›fächern‹ als Grundform: ↗gefächert

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [selten] etw. in Fächer einteilen
    1. [bildlich] ...
  2. 2. sich fächerartig aufgliedern
  3. 3. [Jägersprache] ⟨den Schwanz fächern⟩ den Schwanz fächerartig spreizen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
selten etw. in Fächer einteilen
Beispiele:
ein gefächerter Schrank
Ein Riesenkalkschuppen, entleert von allen gefächerten Gestellen zum Austrocknen der gebrannten Kalksteine [SchleichVergangenheit60]
bildlich
Beispiel:
den Unterricht fächern (= den Unterricht nach Fachgebieten gliedern)
2.
sich fächerartig aufgliedern
Beispiele:
hier fächert sich die Sprachgrenze besonders reich
zeigt sich beiderseits der Maas eine Spannung, die ... von Aachen – Eupen über Maastricht bis vor Leuven fächert [FringsZur Grundlegung1, 71]
3.
Jägersprache den Schwanz fächernden Schwanz fächerartig spreizen
Beispiele:
das Rebhuhn flog mit gefächertem Stoß
der Hahn ... spreizte die Schwingen, fächerte den Stoß [LönsMümmelmann4,31]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Fach · Fachwerk · fächern1 · fachlich · fachsimpeln · -fach
Fach n. ‘Teil, Abteilung (eines Raumes, Behältnisses), Spezialgebiet’, ahd. fah ‘Mauer, Fischwehr’, ‘Wald (?)’ (8. Jh.), mhd. vach ‘Vorrichtung zum Aufstauen des Wassers, Fischwehr, Fangnetz, Stück, Teil, Abteilung einer Räumlichkeit, Mauer, Falte des Schleiers, Hemdes’, asächs. fak ‘Wand, Abteilung der Mauer’, mnd. vak ‘Abteilung’, mnl. vac, nl. vak ‘Fach, Abgeteiltes, Beet’, aengl. fæc ‘Zwischenraum, Einteilung, Zeit(raum)’ (vgl. auch mhd. gevach Adj. ‘wiederholt, häufig’, mnd. vāke, vāken ‘oft, häufig’) stellt sich als nur westgerm. Wort (*faka-) mit lat. pangere ‘befestigen, einschlagen’ und weiteren unter ↗Pakt (s. d.) genannten Formen sowie griech. pēgnýnai (πηγνύναι) ‘festmachen’, aruss. pazъ, russ. paz (паз) ‘Fuge, Nute, Vertiefung in Zaunpfählen zum Einfügen von Brettern’ zur Wurzel ie. *pā̌k̑-, *pā̌g̑- ‘festmachen’ (wozu auch ↗fangen, s. d.). Fach ‘das Abgeteilte, Festgefügte’ (verwandt mit ↗fügen, s. d.) gehört ursprünglich in die Sprache des Handwerks (Fischer ‘Fischwehr’, Tischler ‘Schrankfach’, Bauleute ‘Fachwerk’); die übertragene Bedeutung ‘Spezialgebiet’ entwickelt sich erst im 18. Jh. Die zeitliche Verwendung, die im Aengl. und Mhd. (s. oben gevach) noch belegt ist, kennt das Nhd. nicht mehr. Dach und Fach ‘das ganze Haus’ (17. Jh.). Fachwerk n. ‘Bauweise, bei der die Fächer (Zwischenräume) zwischen dem Balkengerüst mit Lehm oder Ziegeln ausgefüllt sind’ (17. Jh.). In neuerer Zeit werden Komposita mit Fach- ‘Spezialgebiet, Teildisziplin’ geläufig, vgl. im 19. Jh. Fachmann, im 20. Jh. Facharbeiter ‘Arbeiter mit abgeschlossener Ausbildung in einem Spezialgebiet’, Facharzt, Fachsprache ‘Sonderwortschatz eines Spezialgebiets’ (z. B. eines Handwerks), Fachwort. fächern1 Vb. ‘in Abschnitte unterteilen’ (19. Jh.), modern häufiger auffächern (20. Jh.), wobei das Bild des entfalteten Fächers (s. ↗Fächer) eingewirkt haben wird. fachlich Adj. ‘das Spezialgebiet betreffend’ (19. Jh.). fachsimpeln Vb. ‘unter Kollegen Fragen des eigenen Spezialgebiets erörtern’ (19. Jh.), zuerst wohl ‘einfältig über etw. reden’ (aus der Studentensprache); vgl. simpeln, geläufiger versimpeln ‘zum Dummkopf, beschränkt werden’ (zu ↗simpel, s. d.). -fach Suffix zur Ableitung von Adjektiven, die eine bestimmte Vermehrung in bezug zur Ausgangsgröße oder -menge angeben, ursprünglich zweites Glied von Possessivkomposita und als solches semantisch entweder zu Fach ‘Abgeteiltes’ oder ‘Falte’ (vgl. mhd. vach ‘Falte des Schleiers’) gehörig. Bildungen auf -fach sind seit dem Mhd. gebräuchlich, doch entstehen eine Reihe von Prägungen erst im Nhd., s. ↗einfach, zweifach, ↗mehrfach, ↗vielfach. Älter ist der den Weiterbildungen -faltig, -fältig zugrundeliegende Bildungstyp got. falþs, ahd. -falt, mhd. -valt, frühnhd. -falt, s. ↗falten und ↗Einfalt.

fachen · anfachen · entfachen · fächeln · Fächer · fächern2
fachen Vb. ‘(ein Feuer) anzünden, anblasen, zum Brennen bringen’, frühnhd. fochen (15. Jh.), mnd. vāken scheint entlehnt zu sein aus mlat. focare ‘anbrennen, anzünden, durch Feuer verwüsten’ (zu lat. focus ‘Feuerstätte des Herdes’). Der Stammsilbenvokal geht schon früh (s. unten anfachen), endgültig im 18. Jh. in a über, vielleicht unter nd. md. Einfluß sowie in Anlehnung an die oft lautähnlichen Formen von ↗anfangen (s. d.). Heute vor allem in den Präfixverben anfachen Vb. (15. Jh.) und entfachen Vb. ‘schüren, entflammen, entzünden’ (19. Jh.) gebräuchlich. fächeln Vb. ‘(kühle) Luft heranblasen, zuwehen’ (vereinzelt 16. Jh.), wohl iterativ zu fachen gebildet und später beeinflußt von Fächer m. ‘Wedel, durch dessen Bewegung ein Luftstrom erzeugt wird’, frühnhd. focker, focher, föcher ‘Blasebalg, Wedel zum Inganghalten des Feuers’ (15. Jh.), abgeleitet von fachen (s. oben), wenn nicht entlehnt aus lat. focārius ‘wer sich um das Herdfeuer bemüht’. Seit dem 17. Jh. übliches Fächer wird gleichzeitig Bezeichnung für den aus Frankreich übernommenen faltbaren Wedel, mit dem man sich zur Kühlung Luft zuwedelt. Dazu fächern2 Vb. ‘sich kühlende Luft zuwehen’ (18. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›fächern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›fächern‹.

Verwendungsbeispiele für ›fächern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Breit gefächert sind seine Interessen, wo es besonders seltsam zugeht, wird er richtig wach.
Die Zeit, 04.03.2009, Nr. 11
In Worten ist die Zeit gefächert, im Bild ist sie konserviert.
Die Welt, 21.02.2003
Sie blinzelte und fächerte mit der Hand den Rauch weg.
Franck, Julia: Lagerfeuer, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2003, S. 176
Also fächerte er sich, wenn wir in Gesellschaft waren, immer mit einem Fächer Luft zu.
Goldt, Max: Ein Leben auf der Flucht vor der ‚Koralle’. In: ders., Schließ einfach die Augen und stell dir vor, ich wäre Heinz Kluncker, Zürich: Haffmans 1994, S. 87
So breit gefächert wie die Ziele solcher Priesterkreise waren ihre Motivationen und ihre Charaktere.
o. A.: Die Weltkirche im 20. Jahrhundert. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1979], S. 28138
Zitationshilfe
„fächern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/f%C3%A4chern>, abgerufen am 01.04.2020.

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